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Fotos von Cartier-Bresson

Kunstmuseum Wolfsburg Fotos von Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Das Kunstmuseum Wolfsburg widmet ihm eine Ausstellung - „Die Geometrie des Augenblicks“ heißt sie.

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Kunstmuseum: Am 3.September wird die Ausstellung "Geometrie des Augenblicks" mit Fotos von Cartier-Bresson eröffnet.

Sehen, zielen, auslösen und verduften - mit diesem Spruch kommentierte Henri Cartier-Bresson (1908-2004) seine Arbeit. Mit seiner Gabe, den richtigen Augenblick zu erfassen, ist der Franzose zu einem der Meister der Fotografie des 20. Jahrhunderts geworden. Im Kunstmuseum Wolfsburg sind von diesem Samstag an bis zum 13. Mai 2012 rund 100 seiner Aufnahmen zu sehen.

„Es ist eine sehr persönliche Ausstellung. Er selbst hat die Auswahl, die noch nie gezeigt wurde, zusammengestellt“, sagte Museumsdirektor Markus Brüderlin am Donnerstag. „Die Geometrie des Augenblicks“ heißt die Schau, die die Berliner Fotografin Frauke Eigen für das Museum unkonventionell angeordnet hat. „Ich war sofort Feuer und Flamme“, sagte Eigen, die Cartier-Bresson mehrmals persönlich getroffen hatte und ihn als großes Vorbild bezeichnet.

„Seine Leidenschaft und seine Fotografie gehören zusammen“, erzählte sie. Die Auswahl von schwarz-weißen Fotografien, die zwischen 1933 und 1999 entstanden, zeigen Landschaften, aber auch Bilder aus Städten und von Menschen.
Cartier-Bresson gilt als Vater der modernen Reportage-Fotografie. Viele namhafte Zeitschriften wie „Life“ haben seine Aufnahmen gedruckt. „Er hat der Fotografie auch schon früh den Status der Kunst verliehen“, sagte Brüderlin.

Nicht chronologisch oder nach Orten, sondern nach Formen, nach immer wieder auftauchenden Elementen präsentiert Eigen die 100 Werke. Da ist eine 1956 in Schweden fotografierte Felsspalte oder eine 1962 auf Sardinien aufgenommene Flussschleife - auf beiden Bildern zieht eine ähnlich geschwungene Linie sofort den Blick auf sich. „Cartier-Bresson wusste genau, wie der perfekte Bildaufbau sein muss. Die Flächen, die Strukturen, die Menschen, die Situationen ordnete er in perfekten Kompositionen an - dem Goldenen Schnitt“, erläuterte Eigen.

Ein Kunststudium brach Cartier-Bresson ab und drehte zunächst Dokumentarfilme, bis er sich 1930 ganz der Fotografie widmete. 1940 nahmen ihn die Deutschen für drei Jahre in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Flucht tauchte er unter. 1947 gründete er dann mit weiteren vier Kollegen die legendäre Agentur Magnum Photos.

In den 70er Jahren, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, zog er sich weitgehend aus dem aktuellen Geschäft zurück. „Er nahm nur noch wenige Aufträge an, nur die, die ihn selbst sehr interessierten“, erinnert sich Andrea Holzherr, die bei der Fotoagentur europaweit für Ausstellungen zuständig ist und mit dem Franzosen bis kurz vor seinem Tod arbeitete.

Cartier-Bresson hatte in seinen späten Jahren vor allem ein Faible für Fotobücher und Ausstellungen. Auch die Auswahl der in Wolfsburg gezeigten Schau beruht auf einem Fotobuch. Fotografieren blieb aber bis zum Tod seine Leidenschaft. Holzherr sagte: „Seine Kamera war seine Krawatte.“

dpa

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