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Stadt Wolfsburg Flüchtlinge können erst ab 8.30 Uhr Bus fahren
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Flüchtlinge können erst ab 8.30 Uhr Bus fahren
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19:01 23.04.2018
Sozialticket erst ab 8.30 Uhr: Ingrid Leitner und Günter Schütte von der Flüchtlingshilfe bemängeln die neue Regelung. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Seit dem 1. April dürfen Besitzer des Mobilitätstickets in Wolfsburg erst ab 8.30 Uhr Bus fahren. Das treffe besonders Geflüchtete hart, sagt Günter Schütte von der Flüchtlingshilfe.

Das Mobilitätsticket ist eine Sozialfahrkarte, die monatlich 17 Euro kostet und zum Beispiel von Arbeitslosengeldempfängern genutzt wird. Von 2014 bis März 2018 galt das Ticket den ganzen Tag. Doch da besonders morgens die Busse überfüllt waren, beschränkte die WVG den Zeitraum: Nun gilt die Karte erst ab 8.30 Uhr.

„Das trifft aber zum Beispiel die Flüchtlinge, die morgens zum Deutschkurs wollen“, weiß Günter Schütte. „Auch Schüler ab Klasse elf, Praktikanten oder Auszubildende, von denen wir zum Glück immer mehr haben, kommen so nicht rechtzeitig.“

Werden Vorurteile gegenüber Flüchtlingen verstärkt?

Auch Kitas, das Jobcenter und Ärzte verlangten frühes Erscheinen. Ein weiteres Problem: „Den Flüchtlingen wird oft vorgeworfen, sie lägen in der sozialen Hängematte und würden eh lange schlafen – also unterstützt die Zeitbeschränkung die Stigmatisierung noch. Dabei sind die Betroffenen doch nicht aus Jux und Tollerei morgens vor halb neun unterwegs.“

Erwerbstätige, die wegen des Berufs so früh fahren müssen, können Ausnahmen beantragen. Das ist aber bürokratisch und kompliziert – dafür müssten die Tickets erst einmal gesammelt und eingereicht werden, so Schütte. „Viele können finanziell gar nicht in Vorleistung gehen.“ Sinnvoller sei eine Marke, die dem Fahrgast aufs Ticket geklebt wird, wenn er nachweist, dass er frühe Termine hat.

Politik solle neue Regelung überdenken

Am liebsten wäre dem Flüchtlingshelfer jedoch, wenn das Ticket wieder ganztägig gelte. Dann müsse der Nahverkehr eben ausgebaut werden – das sei ohnehin gut gegen Staus. „Die Politik sollte das nochmal überdenken.“

Von Frederike Müller

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