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Falko Mohrs: „Ich darf mir keine Pause gönnen“

Neu im Bundestag Falko Mohrs: „Ich darf mir keine Pause gönnen“

Ab in den Bundstag: Der 33-jährige Wolfsburger Falko Mohrs wurde als Direktkandidat gewählt. Er sucht jetzt ein Zimmer in Berlin und erwartet im Parlament harte Auseinandersetzungen mit der AfD. Über seine Ziele und die Zukunft der SPD sprach er mit der WAZ.

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Neu im Bundestag: Falko Mohrs sucht jetzt ein Zimmer in Berlin, will aber seine Ämter in Wolfsburg behalten.

Quelle: Sebastian Bisch

Wolfsburg. Am Sonntagabend feierte Falko Mohrs mit Wählern, Wegbegleitern, der Wolfsburger SPD und der Familie seinen Einzug in den Deutschen Bundestag, am Montagmorgen gab er schon zwei Radiosendern Interviews. Und auch für ein Gespräch mit der WAZ nahm sich der 33-Jährige Zeit.

Guten Morgen, Herr Mohrs. Sie hatten sicherlich eine kurze Nacht. Haben Sie ausgiebig gefeiert?

Wir waren im Sauna-Club des Hallenbads, dann war ich im Rathaus, anschließend in Helmstedt und zum Abschluss habe ich noch einmal ganz in Ruhe mit denjenigen angestoßen, die mich während des Wahlkampfes am stärksten unterstützt haben. Heute um 7.30 Uhr klingelte der Wecker.

Hatten Sie während der letzten Wochen einen Schrittzähler dabei? Das Pensum muss enorm gewesen sein – es gab ja kaum eine Veranstaltung, bei der Sie nicht dabei waren.

Nein, einen Schrittzähler gab es nicht. Aber ich wollte Wahlkampf ganz dicht an den Menschen machen. Ich bin überzeugt, dass man sich der Diskussion stellen und auch mal da hingehen muss, wo es unangenehm ist.

Jetzt geht es nach Berlin. Werden Sie täglich pendeln?

Mein Hauptwohnsitz wird in Wolfsburg bleiben, aber ich werde mir wohl ein Zimmer in Berlin suchen. Geplant ist, etwa die Hälfte der Zeit dort und die andere Hälfte hier zu verbringen.

Ihre Ämter in Wolfsburg werden Sie also behalten?

Das mache ich alles genauso weiter wie bisher. Es ist wichtig, dass man den Realitäts-Check macht, den Bezug vor Ort hat. Was im Parlament diskutiert wird, ist oft gut gemeint, es muss aber auch gut gemacht werden.

Was werden ihre politischen Schwerpunkte in Berlin sein?

Ich werde die Themen weiter verfolgen, die auch im Wahlkampf für mich die Hauptrolle gespielt haben. Mir geht es darum, den Standort von VW und die Arbeitsplätze in der Region zu sichern. Außerdem spielt Familienpolitik für mich eine große Rolle – mit allem, was dazu gehört, von der Bildung über die Betreuung bis hin zu den Arbeitszeiten.

Wie wird Ihr Umgang mit der AfD aussehen?

Es gibt nur einen sinnvollen Umgang mit der AfD-Fraktion: Man muss sich mit ihr auseinandersetzen. Diese Fraktion verstößt mit ihrer Hetze gegen den Artikel 1 des Grundgesetzes – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – und deshalb müssen wir eine harte Auseinandersetzung führen.

Martin Schulz hat noch am Wahlabend angekündigt, dass die SPD in die Opposition gehen wird. Von der FDP gab es allerdings schon Kritik, damit würden sich die Sozialdemokraten ihrer Verantwortung entziehen. Was meinen Sie?

Darüber müssen wir ja wohl nicht diskutieren: Das Wahlergebnis ist kein Regierungsauftrag. Und es ist für uns als SPD notwendig klarzustellen, dass es deutliche Unterschiede zwischen den beiden Volksparteien gibt. Wir werden zeigen, dass wir die wirkliche Alternative sind.

Wohin geht denn der Weg der SPD? Geht es jetzt zurück zum linken Flügel?

Wir müssen gucken. Ich maße mir selbst nicht an, zwölf Stunden nach der Wahl alles schon eingeordnet zu haben. Aber uns interessieren auf jeden Fall Alltagsthemen wie Bildung oder Infrastruktur, wir richten uns an den Menschen aus.

Werden Sie heute denn noch ein bisschen weiter feiern oder geht die Arbeit sofort los?

Bei dem Vertrauensvorschuss, den ich bekommen habe, darf ich mir keine Pause gönnen. Ich werde heute Abend schon einmal nach Berlin fahren. Und in den nächsten drei Wochen geht es ja auch um die Landtagswahl – da werden wir hier alle gemeinsam Immacolata Glosemeyer unterstützen.

Von Andrea Müller-Kudelka

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