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Experten vermessen den Wolfsburger Wald

Wolfsburg Experten vermessen den Wolfsburger Wald

Die Entwicklung des Wolfsburger Stadtwaldes in den vergangenen zehn Jahren sowie die Planung bis 2026 steht im Mittelpunkt einer Waldinventur, die gegenwärtig auf 950 Hektar städtischer Forstfläche durchgeführt wird. Experten vermessen ausgesuchte Bäume, zählen den Nachwuchs und checken den Gesundheitszustand.

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Inventur des Wolfsburger Stadtwaldes: Neben Informationen über den aktuellen Baumbestand betrachten die Experten auch die zukünftige Entwicklung.

Quelle: Foto: Manfred Hensel

Grundlage der sogenannten Forsteinrichtung - ehemals Taxation genannt - ist eine Rettungsmaßnahme für die Wälder Niedersachsens vor 300 Jahren. Übermäßige Ausbeutung, beispielsweise für Schiffs- und Hausbau, drohte den Wald zu vernichten. Kluge Menschen alarmierten die Verantwortlichen jener Zeit und entwickelten ein Konzept, das auf Bestandsaufnahme und Wiederaufforstung nach dem Holzeinschlag basierte. „Unser Wald wurde damit gerettet“, sagt Stadtforstleiter Dirk Schäfer.

Die Forsteinrichtung - heute würde man beim Begriff Inventur bleiben - wird seitdem alle zehn Jahre durchgeführt. Experten sind dafür noch bis Ende April im Stadtwald tätig.

Diplom-Forstingenieurin Birgit Eggers sowie Ehemann und Assistent Andreas Munz messen unter anderem Stammdurchmesser und Höhe der speziell ausgesuchten Bäume und vergleichen die Werte mit den Zahlen von 2006. Anhand eines Katasters finden sie immer die gleichen Kandidaten, bei der Suche hilft ein Stahlnagel in der Erde. Wo der Detektor piept, ist Ausgangspunkt für exakte Messungen und Zählungen.

Gestern war auch Christoph Meews vom Forstplanungsamt Wolfenbüttel vor Ort, um erste Ergebnisse zu analysieren. Demnach sind Eichen in zehn Jahren bis zu zwei Meter gewachsen. Der Stammdurchmesser nahm um ca. drei Zentimeter zu. Bei Buchen ist es leicht, bei Nadelhölzern erheblich mehr.

Für den Förster sind die Ergebnisse nutzbar für Zahlen zum Holzeinschlag für Nachhaltigkeit. „Wichtige Fakten“, so Schäfer, „für den Wald von heute und morgen.“

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Weitsicht

ein Kommentar von Burkhard Heuer

Da nennen wir uns so gern Krone der Schöpfung, wir zweibeinigen Herren der Welt. Bezüglich Lebenserwartung allerdings gehören wir eher zu den Verlierern der Evolution. Die 250 Jahre alte Riesenschildkröte lacht sich kaputt, wenn sie hört, dass wir mit weit weniger als der Hälfte zufrieden sein müssen. Und die Eiche in unseren Wäldern würde, wenn sie denn dürfte, noch in 500 Jahren munter mit den Zweigen rauschen.

Nein, altersmäßig rangieren wir höchstens in der Kategorie Kleinsäuger. Maus quasi. Wobei wir uns mit der wiederum auch nicht messen sollten. Die ägyptische Rennmaus, so habe ich gelesen, hat 100 Mal Sex in einer Stunde. Das schafft kein Mensch.

Bleibt also nur der teils ausgeprägte Verstand, der uns zur „Krone der Schöpfung“ erhebt. Schon vor 300 Jahren haben ihn Menschen eingesetzt, um unseren Wäldern eine Zukunft zu erhalten. Weitsicht und Verstand sollte man sich auch für die nächsten 300 Jahre wünschen. Unseren Wäldern zuliebe.  

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