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Stadt Wolfsburg „Es wird schwieriger, das Publikum zu überraschen“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Es wird schwieriger, das Publikum zu überraschen“
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10:01 17.05.2018
Soli Deo Gloria: Günther Graf von der Schulenburg richtet das Klassik-Festival bereits seit 2003 aus. Quelle: Andreas Greiner-Napp
Wolfsburg

Schuld war Neville Marriner. Ein Auftritt des 2016 verstorbenen britischen Dirigenten hat Günther Graf von der Schulenburg Anfang der Achtzigerjahre noch als Schüler schlagartig für klassische Musik begeistert. Beim Studium in Frankfurt vertiefte er seine Leidenschaft mit regelmäßigen Besuchen in der Alten Oper, wo damals die größten Künstler der Klassikszene zu erleben waren. So wurde aus dem begeisterten Musikliebhaber ein versierter Kenner. Mittlerweile richtet er seit vielen Jahren sehr erfolgreich des Klassik-Festivals „Soli Deo Gloria“, das am 2. Juni beginnt.

Von der Schulenburg hob Reihe mit John Eliot Gardiner aus der Taufe

Als Diplomkaufmann verwaltet Schulenburg seit 1998 den Besitz seiner Familie, die Anfang des 18. Jahrhunderts nach Wolfsburg kam. Obwohl seine Vorfahren 1937 rund 2000 Hektar Land aufgeben mussten, um Platz zu machen für das dort geplante Volkswagenwerk und die dazugehörige „Stadt des KdF-Wagens“, ist der Besitz noch immer stattlich: Schulenburg bewirtschaftet heute mehr als 800 Hektar landwirtschaftliche Fläche und rund 5350 Hektar Wald.

Doch die Beschäftigung mit der Land- und Forstwirschaft hielt Schulenburg nie ganz von der Musik ab. Durch die Bekanntschaft mit dem Dirigenten John Eliot Gardiner entwickelte sich der Graf sogar vom passiven Hörer zum aktiven Veranstalter: Gemeinsam mit Gardiner hob er 2003 die Reihe „Soli Deo Gloria“ aus der Taufe. Zunächst gab es einzelne Aufführungen der großen Bach-Passionen im Kaiserdom von Königslutter. Mit den Jahren wuchs daraus ein Festival, das einen Schwerpunkt auf Aufführungen mit historischen Instrumenten legte. 2012 kamen mit neuen Sponsoren weiteres Wachstum und der Beiname „Braunschweig Festival“ dazu.

Star-Dirigent: John Eliot Gardiner. Er ist immer zu Gast bei „Soli Deo Gloria“. Quelle: Andreas Greiner-Napp

In diesem Jahr scheint nun alles wie immer: Festival-Initiator Gardiner kommt für Aufführungen von Bach-Kantaten nach Königslutter, außerdem sind Stars wie der Pianist Alexandre Tharaud (7. Juni, Wolfenbüttel), Organist Cameron Carpenter (3. Juni, Wolfsburg) und Cembalist Jean Rondeau (6. Juni, Steterburg) in der Region zu Gast. Zum Auftakt ist zudem traditionell ein prominenter Künstler mit von der Partie: Daniel Richter zeigt seine Bilder am 2. Juni in Bisdorf bei einem Streichquartett-Konzert. Auch zwei weitere Ausgaben des Festivals hat Schulenburg schon geplant: 2019 wird Haydn, 2020 Beethoven im Zentrum stehen.

Cameron Carpenter: „All you need is Bach“ heißt es zum Auftakt von Soli Deo Gloria am 2. Juni im Wolfsburger Scharoun Theater. Quelle: Veranstalter

Danach aber soll Schluss sein mit Soli Deo Gloria. Es sei inzwischen kaum noch möglich, neben seinen eigentlichen Aufgaben als Gutsverwalter weiter Sponsoren zu aquirieren und bei der Stange zu halten, sagt Schulenburg, der keine Scheu vor klaren Worten hat: „Es wird immer schwieriger, an das Geld anderer Leute zu kommen.“ Und das gelte nicht nur für die Sponsoren, die einen Großteil der Festivalkosten tragen, sondern auch für die oft besser situierten Besucher: „Ein hohes Gehalt schützt nicht davor, bei Konzertkarten sparen zu wollen“, sagt er. Es sei aber auch schwer, ein zunehmend klassikfernes Publikum alljährlich neu zu gewinnen und zu überraschen, räumt Schulenburg ein. Ganz aufgeben will er das aber trotzdem nicht: Auch ohne den Rahmen eines Festivals wird der musikbegeisterte Graf wohl weiter einige besondere Konzerte veranstalten.

Das Festival beginnt am 2. Juni, mehr Infos auf der Homepage www.solideogloria.de. Karten unter Telefon 05 31/1 66 06.

Von Stefan Arndt

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