Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
"Es herrschte tödliche Stille"

Früherer WAZ-Chefredakteur: Der Tag in Berlin "Es herrschte tödliche Stille"

Der blutige Anschlag von Berlin schockiert die Welt. Carsten Baschin, ehemaliger Chefredakteur der WAZ, war am Montag auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, verließ ihn, ehe sich gegen 20.10 Uhr die Terror-Attacke ereignete. Als er davon erfuhr, kehrte er sofort zur Gedächtniskirche zurück. Hier sein Bericht:

Voriger Artikel
Terror: Viele Wolfsburger trauern um die Opfer
Nächster Artikel
Kult: Nandos Feuerzangenbowle vorm Bistro

Der schreckliche Anschlag von Berlin: Der ehemalige WAZ-Chefredakteur Carsten Baschin (kl. Foto) erlebte die Rettungsmaßnahmen und den Polizeieinsatz rund um die Gedächtniskirche mit.

Quelle: Michael Kappeler

Berlin/Wolfsburg. Ich betrat den Weihnachtsmarkt am Montagnachmittag, weil ich nach den letzten Weihnachtsgeschenken schauen wollte. Die Wege zwischen den Buden waren voll, die meisten Besucher waren Touristen. Alles wirkte familiär, friedlich und fröhlich, als ich den Weihnachtsmarkt verließ, um mir in unserer nahegelegenen Wohnung im Fernsehen das Zweitligaspiel in Nürnberg anzuschauen.

Kaum hatte das Spiel begonnen, waren immer wieder die Sirenen von Polizei- und Rettungswagen zu hören, für Berlin nichts Ungewöhnliches. Wenig später schaltete ich auf einen News-Kanal um - und sah die ersten Eilmeldungen.

Sofort eilte ich zurück zur Gedächtniskirche. Was ich sah, wirkte gespenstisch und irreal. Straßen wie der Kudamm waren menschenleer und völlig abgeriegelt. Flackerlichter der Rettungswagen beherrschten die Szenerie. Polizisten, zum Teil mit Maschinenpistolen, hatten den Markt komplett abgeriegelt. Die Buden waren dunkel und verwaist - wo kurz zuvor noch fröhlicher Lärm erklungen war, herrschte jetzt im wahrsten Sinne des Wortes tödliche Stille.

TV-Teams aus aller Welt begannen zu drehen, die Stimmung unter den Passanten war ruhig. Viele erfuhren erst vor Ort, was passiert war; da der Täter als flüchtig galt, herrschte auch eine gewisse Nervosität - niemand wusste, ob er sich nicht irgendwo versteckte. Die Polizei hatte die Lage nach dem Anschlag schnell im Griff, trotz kleiner Zwischenfälle: So fuhr eine Autofahrerin mit ihrem Kombi direkt in eine Flatterband-Absperrung. Jugendliche versuchten immer wieder, mit ihrem Smartphone über die Absperrungen hinweg zu filmen, während die Retter um das Leben der Verletzten kämpften. Szenen einen Abends, der sich in das Gedächtnis Deutschlands einbrennen wird.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Berlin
Nach dem Terroranschlag von Berlin: Beim Wolfsburger Weihnachtsmarkt (kl. Bild) wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Wolfsburg. Schock, Trauer und Entsetzen nach dem blutigen Terroranschlag in Berlin - auch viele Wolfsburger fühlen mit den Opfern und Angehörigen. In Wolfsburg wird der Weihnachtsmarkt trotz der blutigen Tragödie mit vielen Toten und Verletzten fortgesetzt, allerdings unter extrem erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

mehr
Mehr aus Stadt Wolfsburg

Auf der Themenseite zur Bundestagswahl 2017 finden Sie alle News und Informationen zur Wahl des deutschen Bundestags am 24. September 2017. mehr

Ausbildungsplatz in der Region Wolfsburg gesucht? Dann schau bei Azubify.de vorbei, deiner Anlaufstelle für alles rund um die Ausbildung in Wolfsburg. Powered by WAZ. mehr

Ihre Tageszeitung auf dem Tablet lesen: Wir haben die besten Geräte, das passende Zubehör und tolle Angebote! Lassen Sie sich jetzt unverbindlich im AZ/WAZ Media Store beraten. mehr