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Stadt Wolfsburg "Es herrschte tödliche Stille"
Wolfsburg Stadt Wolfsburg "Es herrschte tödliche Stille"
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11:00 21.12.2016
Der schreckliche Anschlag von Berlin: Der ehemalige WAZ-Chefredakteur Carsten Baschin (kl. Foto) erlebte die Rettungsmaßnahmen und den Polizeieinsatz rund um die Gedächtniskirche mit. Quelle: Michael Kappeler
Berlin/Wolfsburg

Ich betrat den Weihnachtsmarkt am Montagnachmittag, weil ich nach den letzten Weihnachtsgeschenken schauen wollte. Die Wege zwischen den Buden waren voll, die meisten Besucher waren Touristen. Alles wirkte familiär, friedlich und fröhlich, als ich den Weihnachtsmarkt verließ, um mir in unserer nahegelegenen Wohnung im Fernsehen das Zweitligaspiel in Nürnberg anzuschauen.

Kaum hatte das Spiel begonnen, waren immer wieder die Sirenen von Polizei- und Rettungswagen zu hören, für Berlin nichts Ungewöhnliches. Wenig später schaltete ich auf einen News-Kanal um - und sah die ersten Eilmeldungen.

Sofort eilte ich zurück zur Gedächtniskirche. Was ich sah, wirkte gespenstisch und irreal. Straßen wie der Kudamm waren menschenleer und völlig abgeriegelt. Flackerlichter der Rettungswagen beherrschten die Szenerie. Polizisten, zum Teil mit Maschinenpistolen, hatten den Markt komplett abgeriegelt. Die Buden waren dunkel und verwaist - wo kurz zuvor noch fröhlicher Lärm erklungen war, herrschte jetzt im wahrsten Sinne des Wortes tödliche Stille.

TV-Teams aus aller Welt begannen zu drehen, die Stimmung unter den Passanten war ruhig. Viele erfuhren erst vor Ort, was passiert war; da der Täter als flüchtig galt, herrschte auch eine gewisse Nervosität - niemand wusste, ob er sich nicht irgendwo versteckte. Die Polizei hatte die Lage nach dem Anschlag schnell im Griff, trotz kleiner Zwischenfälle: So fuhr eine Autofahrerin mit ihrem Kombi direkt in eine Flatterband-Absperrung. Jugendliche versuchten immer wieder, mit ihrem Smartphone über die Absperrungen hinweg zu filmen, während die Retter um das Leben der Verletzten kämpften. Szenen einen Abends, der sich in das Gedächtnis Deutschlands einbrennen wird.

Wolfsburg. Schock, Trauer und Entsetzen nach dem blutigen Terroranschlag in Berlin - auch viele Wolfsburger fühlen mit den Opfern und Angehörigen. In Wolfsburg wird der Weihnachtsmarkt trotz der blutigen Tragödie mit vielen Toten und Verletzten fortgesetzt, allerdings unter extrem erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

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