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Erinnerungen an die Anschläge vom 11. September

WAZ-Spezial Erinnerungen an die Anschläge vom 11. September

Wolfsburg. Zum 15. Mal jähren sich am Sonntag die Anschläge vom 11. September 2001, bei denen fast 3000 Menschen starben. In der WAZ blicken prominente Wolfsburger zurück, wie sie die schrecklichen Ereignisse dieses Tages erlebten.

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Tag des Schreckens: Die Türme des World Trade Center brennen am 11. September 2001 in New York. Später fielen beide in sich zusammen.

Quelle: Foto: dpa

Marcel Schäfer, VfL-Spieler: „Ich habe ja eine sehr enge Verbindung zu den USA und war oft in New York. Zum einen als die Türme noch standen, zum anderen auch danach. Es ist immer sehr bewegend am Ground Zero zu stehen und die trauernden Menschen zu sehen. Mich berührt diese Tragödie immer wieder aufs Neue.“

Brigitte Blankenburg, Vize-Präsidentin der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft: „Ich war damals in meinem Elternhaus, es war Mittagszeit. Wir haben sofort den Fernseher angemacht, als wir hörten, was passiert ist. Als ich die Bilder von den Flugzeugen sah, dachte ich immer nur: Wie kann das sein? Es war schlimm - und das ist es noch immer. Es hat die Welt verändert. Zumindest hatte es eine nachhaltige Wirkung, obwohl es ja viele Kriege gibt, die mindestens genauso furchtbar sind. Aber das war ein Schockmoment. Man konnte einfach nicht begreifen, was sich die Täter dabei denken.“

Diego Benaglio, VfL-Torwart: „Wenn der 11. September näher rückt, muss man immer an die Geschehnisse in New York zurückdenken. Die Bilder werden wohl ewig in meinem Kopf bleiben. Dass der Anschlag nun 15 Jahre her ist, kann ich kaum glauben - die Erinnerungen sind nach wie vor sehr präsent.“

Pastor Holger Hermann, Michaelisgemeinde Fallersleben: „2001 war ich Berufsschulpastor und lebte in Verden an der Aller. Ich war gerade beruflich mit dem Auto unterwegs, als die erste Meldung im Radio kam. Zuhause habe ich dann sofort den Fernsehern eingeschaltet und saß einfach nur mit offenem Mund davor. Es war erschütternd und unwirklich - wie bei einem Katastrophenfilm, der plötzlich Realität wird. Und es entstand eine große, innere Angst. Viele fürchteten, es könnte noch schlimmer kommen, der dritte Weltkrieg schien ganz nah. Noch am Freitag der gleichen Woche haben wir an der Berufsschule einen Gottesdienst organisiert, im Gedenken an die Opfer.“

Hartmut Gehrmann, Gastronom aus Fallersleben: „Ich war mit dem Auto aus Vorsfelde in Richtung Fallersleben unterwegs und bin gleich rechts rangefahren, als ich die Meldung im Radio gehört habe. Ich fuhr damals einen Audi A8 mit Fernseher an Bord. Den habe ich angeschaltet und dann sofort meine Frau angerufen. Es war grausam. Man wusste ja erst nicht, worum es sich da genau handelte. An Terrorismus habe ich gar nicht gedacht. Es war schrecklich genug, was da mitten in einer Großstadt passiert war - diese vielen Menschen, die sterben mussten...“

Dr. Meinhard Leopold, Vorsitzender des Heimatvereins Vorsfelde: „Ich habe den schrecklichen Anschlag damals wie viele andere auch am Fernseher miterlebt. Ich habe das Schreckliche dieser Sache damals vom Verstand her schon zur Kenntnis genommen. Aber ich war nicht persönlich betroffen - ich habe keine Verwandten in New York. Aber schon damals war klar: Auch wir sind im Visier von Terroristen. Aber von dieser Angst darf man sich nicht lähmen lassen - genau das wollen die Terroristen ja.“

Oberbürgermeister Klaus Mohrs: „Ich war damals noch Erster Stadtrat und in einer Besprechung in meinem Büro. Meine Sekretärin hat mich dann rausgerufen und mir gezeigt, was in den Nachrichten läuft. Das Entsetzen war groß! Zu Hause habe ich mir dann den Rest des Abends Nachrichten angesehen. Es war sofort spürbar, dass dieser Anschlag eine Eskalation der Gewalt und des Terrorismus ist, nach der sich die Welt verändern würde.“

Ralf Kellermann, Trainer der Bundesliga-Frauenfußballmannschaft des VfL: „Ich war damals Torwart beim SC Paderborn, und wir hatten an dem Tag zweimal Training. Zwischen den Einheiten war ich zuhause und habe da noch die ersten Bilder gesehen. Aber bevor ich so richtig begreifen konnte, was wirklich passiert war, musste ich schon wieder los. Innerhalb der Mannschaft war das dann beim Training natürlich das Gesprächsthema, allerdings wusste keiner so richtig was. Am Abend habe ich mich dann natürlich durch alle Fernsehprogramme gezappt - und dann erst die Dimension so richtig wahrgenommen.“

Olaf Gösmann, kommissarischer Leiter der Polizeiinspektion Wolfsburg: „Ich hatte eine Einsatzbesprechung vor einer großen Messe in Hannover, als uns die Meldung erreichte. Wir haben die Besprechung unterbrochen und sofort den Fernseher eingeschaltet. Es herrschte eine absolute Schocklähmung, allen ging es gleich. Und jedem von uns war sofort klar: In Sachen Sicherheit wird diese Welt künftig eine andere sein. Und sofort kam auch der Gedanke auf: Wie müssen wir das Sicherheitskonzept für die internationale Messe anpassen und ändern?“

Rainer Koch, Direktionsdienst der Berufsfeuerwehr: „Ich hatte Zugführerdienst auf der Wache, hörte nebenbei Radio. Beim Einschlag des ersten Flugzeugs dachte man an eine kleine Cessna, deren Notlandung vielleicht schief gegangen war. Nach dem Einschlag des zweiten Flugzeugs haben wir uns alle vor dem Fernseher versammelt und auch sofort an die Feuerwehr-Kollegen in den USA gedacht. Uns geht es ja genauso wie denen: Wir gehen dort rein, wo die anderen weglaufen. Als dann die Türme einstürzten, herrschte so eine betretene Stille, man hätte die Stecknadel fallen gehört. Die Einsturzgefahr war von Anfang an präsent; dass es so schlimm kommt, war aber nicht vorhersehbar.“

Ralf Beil, Direktor des Kunstmuseums: „Es war ein strahlend schöner Spätsommertag in der Schweizer Hauptstadt. Meine Frau, damals bei der Berner Zeitung tätig, sah in der Redaktion CNN live und mailte mir: ‚Crash eines Flugzeugs in die Twin Towers‘. Ich antwortete spontan, ein kleines Sportflugzeug vor dem geistigen Auge, aus meinem durchsonnten Büro im Kunstmuseum ohne Kenntnis der wirklichen Dimension des Ereignisses: ‚Das muss man erstmal schaffen…‘ Am Abend wollten wir den Geburtstag meiner Frau bei einem Japaner in der Altstadt, direkt unterhalb von Einsteins ehemaliger Berner Wohnung feiern, doch Sushi und Sashimi wurden zunehmend surreal im Bann des TV-Monitors über der Bar, dessen Bilder in Endlosschleife die Trümmer westlichen Freiheits- und Fortschrittsglaubens ins Gedächtnis brannten.“

Die Terror-Anschläge vom 11. September 2001

Die Terror-Anschläge vom 11. September 2001 haben die Welt verändert. An diesem Tag vor 15 Jahren griffen 19 islamistische Terroristen unter anderem das World Trade Center in New York an und töteten 3000 Menschen. Die Bilder der einstürzenden Türme gingen um die Welt und lösten Entsetzen aus.

Am Morgen des 11. September 2001 kaperten die Terroristen vier zivile US-Boeings mit insgesamt 265 Menschen an Bord. Ein Flugzeug raste in den Nordturm des World Trade Centers und setzte ihn in Brand, kurze Zeit später krachte die zweite Maschine in den Südturm.

Das dritte Flugzeug zerschellte 34 Minuten später im Westteil des Pentagon in Washington. Offenbar nach einem Kampf im Cockpit stürzte kurz darauf bei Pittsburgh (Pennsylvania) die vierte Maschine auf freiem Feld ab.

Unter dem eingestürzten World Trade Center wurden mehr als 2750 Menschen begraben. Auch die zehn Entführer starben. In Washington gab es rund 190 Tote, darunter fünf Entführer. In Pennsylvania starben alle 44 Flugzeuginsassen, darunter die vier Entführer.

Die Vereinigten Staaten reagierten auf den Terror mit einem Militärschlag gegen Afghanistan, wo sie den mutmaßlichen Drahtzieher, Osama bin Laden, vermuteten. Mit Unterstützung Großbritanniens stürzten sie Ende 2001 das Taliban-Regime. Danach beschloss der UN-Sicherheitsrat eine internationale Schutztruppe für Afghanistan. Seitdem sind zehntausende Soldaten aus mehr als 40 Ländern am Hindukusch.

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