Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Erfolg der AfD: Das sagen Wolfsburger Politiker

Wolfsburg Erfolg der AfD: Das sagen Wolfsburger Politiker

Wolfsburg. Bei drei Landtagswahlen (Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz) hat die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) aus dem Stand heraus deutliche Wahlerfolge erzielt. Gleichzeitig haben die etablierten Parteien teils gewaltige Verluste bei den Wählerstimmen erlitten. Die WAZ fragte Wolfsburger Politiker nach ihrer Einschätzung.

Voriger Artikel
Wohnblocks: SPD folgt Vorschlägen der Bürger
Nächster Artikel
Kein Fachpersonal: Elektro Kirschnek schließt

Wahlplakat der AfD: Die rechtspopulistische Partei beschäftigt nach ihren Wahlerfolgen die Wolfsburger Parteien.

Quelle: Jens Wolf

Angelika Jahns, CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete: „Es ist für mich eine Protestwahl wegen der Flüchtlinge, gegen die etablierten Parteien. Künftig müssen wir die Mitte der Gesellschaft besser mitnehmen, ihre Sorgen ernst nehmen. Auch bei der Kommunalwahl im September wird die AfD versuchen, mit dem Thema Flüchtlinge zu punkten. Dabei läuft es in Wolfsburg in der Flüchtlingsfrage bisher gut.“

Immacolata Glosemeyer, SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete: „Es ist erschreckend, gerade wenn man die Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt anschaut. Es ist uns nicht gelungen zu zeigen, dass wir die Flüchtlingssituation im Griff haben. Ich fürchte, dass es nach der Kommunalwahl eine AfD-Fraktion im Rat geben könnte. Ich weiß aber nicht, ob es in Wolfsburg den Nährboden für eine Partei wie die AfD gibt.“

Sandra Straube, PUG-Fraktionsvorsitzende: „Das Ergebnis für die AfD ist erschreckend, war aber zu erwarten. Bis zur Kommunalwahl hoffe ich, dass die AfD selbst zeigt, dass sie zwar schnell mit polemischen Sprüchen ist, aber mit ihr keine Politik zu machen ist. Wir selbst müssen mehr mit den Leuten ins Gespräch kommen, die unzufrieden sind.“

Kai Pickerodt, Wolfsburgs AfD-Sprecher: „Das Ergebnis vor allem aus Sachsen-Anhalt hat uns natürlich gestärkt, wir hoffen jetzt auf mehr Anerkennung durch die Wähler. Man reduziert uns gern auf das Flüchtlingsthema, wir arbeiten aber gerade daran, für die Kommunalwahl unseren inhaltlichen Katalog fertigzustellen. Das Ergebnis aus den Landtagswahlen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Hans-Joachim Throl, FDP-Fraktionssprecher: „Wir sind betrübt über die Ergebnisse der AfD. Es ist eine Partei, die Ängste schürt. Für Wolfsburg bin ich nicht so besorgt, weil sich viele Wolfsburger zur Weltoffenheit unserer Stadt bekennen. Klar ist trotzdem, dass wir nicht unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen können und an Lösungen arbeiten müssen.“

Axel Bosse, Sprecher der Grünen: „Die Frage ist: Was bedeutet das Ergebnis für die im September anstehenden Kommunalwahlen? Es wäre ein Wunder, wenn die AfD nicht in den Wolfsburger Rat einzieht. Aber in Wolfsburg gibt es kaum jemanden ohne Migrationshintergrund, vielleicht ist das eine Chance...“

Svante Evenburg, Fraktionssprecher Piraten: „Analysen haben gezeigt, dass bei der AfD 75 Prozent Protestwähler sind – die die deutlich schlechteste Wahl getroffen haben. Es gilt jetzt, Antworten zu finden und den Menschen zu zeigen, dass die AfD keine Alternative ist. Dabei ist Wolfsburg nicht frei von Bundestrends. Ich rechne mit einer AfD-Fraktion im nächsten Rat. Aber die Partei hat Schnittmengen mit der NPD – entsprechend muss man sie behandeln.“

Bastian Zimmermann, Kreisvorsitzender Linke: „Ich glaube, viele Menschen haben nicht begriffen, dass die Partei AfD in Teilen rechtsextrem ist. Wer sieht, wie es in Syrien aussieht, kann nicht davon sprechen, dass die Menschen ungerechtfertigt herkommen. Jetzt muss man über die Parteigrenzen hinweg Antworten finden. Wolfsburg ist eine Stadt, die viel von Migration profitiert hat, ich glaube, die Wolfsburger sind so vernünftig, von der AfD Abstand zu halten.“

Günter Lach, CDU, Bundestagsabgeordneter: „Es macht nachdenklich, wie es die AfD geschafft hat, so viele frühere Nichtwähler für sich zu mobilisieren. Bei meiner Partei liegen die Ergebnisse daran, dass die Geschlossenheit fehlt. In Wolfsburg machen die Parteien im Rat gute Arbeit. Aber es wäre verkehrt, die AfD nicht zu beachten, man muss sich ihren politischen Gedanken stellen.“

Achim Barchmann, SPD, Bundestagsabgeordneter: „Es war viel Protest dabei, trotzdem ist ein Ergebnis wie in Sachsen-Anhalt völlig unverständlich. So etwas wird der AfD auch Aufschwung bei der Kommunalwahl bringen. Dabei wird in Wolfsburg eine gute Politik gemacht.“

Pia Zimmermann, Linke, Bundestagsabgeordnete: „Ich finde das Ergebnis gruselig, wenn man auf unsere Geschichte blickt. Wenn die Menschen aufgeklärt wären, was im Programm der AfD steht, würden viele ihr nicht folgen. Das ist eine Aufgabe für uns in Wolfsburg, da müssen alle an einem Strang ziehen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Wolfsburg

Hier lesen Sie die Sonderveröffentlichungen von AZ und WAZ zu vielen interessanten Themen. mehr

Borth im Radio - der wöchentliche Talk mit WAZ-Chefredakteur Dirk Borth auf radio21

Dirk Borth, der Chefredakteur der Wolfsburger Allgemeinen ist jetzt jeden Freitag um 16.30 Uhr bei Radio21 zu hören. "Borth im Radio" - aktuelle Kommentare aus der Region. mehr

Ihre Tageszeitung auf dem Tablet lesen: Wir haben die besten Geräte, das passende Zubehör und tolle Angebote! Lassen Sie sich jetzt unverbindlich im AZ/WAZ Media Store beraten. mehr

Fallersleben: Feuerteufel legt acht Brände