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Eigene Ehefrau erwürgt? Der Angeklagte schweigt

Wolfsburg / Braunschweig Eigene Ehefrau erwürgt? Der Angeklagte schweigt

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts muss sich seit gestern ein Wolfsburger (48) wegen Totschlags verantworten. Der Mann soll am Morgen des 2. April in Detmerode seine Ehefrau (51) erdrosselt haben. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte.

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Totschlags-Prozess vor der Schwurgerichtskammer: Der Angeklagte mit seiner Verteidigerin Geraldine Wille-Laaß.

Quelle: Franke

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, mit bloßen Händen oder einem Tuch seine Frau an deren Geburtstag erwürgt zu haben. Weil der Mann auch vor dem Haftrichter nichts gesagt hatte, gestaltet sich die Suche nach dem Motiv schwierig - Angehörige sehen die Trennungsabsicht seiner Frau als mögliches Motiv (siehe Text unten).

Einem psychiatrischen Gutachter gegenüber hatte sich der Angeklagte in der U-Haft aber geöffnet. Laut Sachverständigem habe der 48-Jährige ihm gegenüber angegeben, sich an die eigentliche Tat nicht erinnern zu können - er sei am Abend zuvor „sehr betrunken“ gewesen.

Die Ehe währte erst vier Jahre und geriet offenbar in die Krise, als der Mann 2013 an Gesichtskrebs erkrankte. Der Tumor habe die „Alkohol-Dynamik“ des Mannes, der früher alkoholkrank war, offenbar negativ beeinflusst - er griff wieder zur Flasche. Noch im gleichen Jahr trennte sich das Paar zeitweilig, vor Weihnachten 2013 zog er wieder in die gemeinsame Wohnung. Zur Tatzeit im April aber stand eine endgültige, für Dritte anscheinend einvernehmliche Trennung offenbar kurz bevor - ob diese das Motiv für die Tat gewesen sein könnte, darüber wird bisher spekuliert.

fra

Trennungsangst als Motiv?

Das Opfer hat vier Kinder aus früheren Beziehungen – drei von ihnen sagten gestern aus. Sie zeichneten nicht nur das Bild einer fürsorglichen und stets hilfsbereiten Frau, sondern sagten unter Tränen auch aus, wie sie ihre tote Mutter nach Aufbrechen der Schlafzimmertür fanden.

Dort hatte sich das Verbrechen am Morgen abgespielt, bevor der mutmaßliche Täter die Tür verschloss und nach Calberlah fuhr, wo er am Abend schließlich die Polizei rufen ließ – er wolle „auspacken“.

Gefunden wurde das Opfer erst am Nachmittag, nachdem sich immer mehr Familienangehörige Sorgen gemacht hatten, weil die Frau ausgerechnet an ihrem Geburtstag auch über Handy nicht zu erreichen war. Schließlich traten einer der älteren Söhne (26) und der frühere Lebensgefährte (50) des Opfers die Schlafzimmertür auf.

Zuvor hatte der Sohn versucht, durchs Schlüsselloch etwas zu erkennen: „Ich sah nur eine Hand da liegen. Ich habe das Schlimmste befürchtet.“ Auf die Frage des Vorsitzenden, was er in Bezug auf den Angeklagten empfinde, antworte der Sohn: „Leere, Hass, Rache. Er soll aus unserem Leben gelöscht werden.“

Dabei waren sich auch die Kinder einig: Zu Beginn war die Beziehung gut, erst der heimliche Griff des Mannes zur Flasche zerstörte offenbar das Vertrauen. Die endgültige Trennung stand bevor. Offenbar noch Minuten vor ihrem Tod schrieb die Frau eine SMS: Sie sei froh, wenn sie endlich wieder frei sei, obwohl das Verhältnis zu ihrem Mann soweit noch in Ordnung sei – es gebe nur nichts mehr, was beide verbinde.

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