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Drängler auf der Autobahn: Geldstrafe und Fahrverbot

Amtsgericht Drängler auf der Autobahn: Geldstrafe und Fahrverbot

Er hatte es offenbar ganz besonders eilig, zur Arbeit zu kommen – die nächsten Wochen wird der Mann mit dem Bus fahren. Weil er auf der A 39 im Berufsverkehr rücksichtlos gedrängelt und auch noch den Stinkefinger gezeigt hatte, muss ein 48-Jähriger 8250 Euro Strafe zahlen und einen Monat Fahrverbot abbrummen.

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Berufsverkehr auf der A 39: Ein Drängler stand am Montag in Wolfsburg vor Gericht.
 

Quelle: Archiv

Wolfsburg.  Zur Gerichtsverhandlung war es gekommen, weil der Mann Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hatte. Den Einspruch zogen der Angeklagte und sein Verteidiger aber ganz schnell zurück, als immer klarer wurde: Das kann auch teurer werden.

Der Sachverhalt ist schnell erzählt. Am 16. Dezember gegen 8.20 Uhr war der 48-Jährige auf der A 39 auf dem Weg zur Arbeit in der VW-Forschung. Weil es ihm offenbar nicht schnell genug ging, fuhr er auf der linken Spur extrem dicht auf, fuhr Slalom von links nach rechts, überholte rechts, scherte waghalsig ein. Einem 45-Jährigen zeigte er durch die geöffnete Scheibe zu allem Überfluss auch noch den Mittelfinger. Für die Staatsanwaltschaft klar: Nötigung und Beleidigung.

Der Angeklagte schwieg, sein Verteidiger wollte am liebsten darauf hinaus, dass sich die Zeugen beim Kennzeichen wohl geirrt haben müssten. Hatten sie aber nicht, bekräftigten beide im Zeugenstand – die Zeugen (35 und 45 Jahre alt) kennen sich, weil sie aus dem gleichen Ort kommen und beide dort in der Feuerwehr sind. Als einer der beiden berichtete, nach Eingang der Anzeige habe ihn der Angeklagte VW-intern angerufen und sich entschuldigt, war klar: Die Beweislage schien relativ erdrückend.

Als Notlösung wollten Angeklagter und Verteidiger noch über die vom Einkommen abhängige Höhe der Tagessätze feilschen – der 48-Jährige verdiene nach 15 Jahren in der VW-Forschung „nur“ 4200 Euro brutto und habe auch keinen Bonus erhalten. Daraufhin platzte der Staatsanwältin der Kragen, sie kündigte Nachermittlungen zur Einkommenshöhe direkt bei VW an. Und dann könnte es auch teuer werden, machte sie klar – schwups, schon war der Einspruch komplett zurückgezogen: Es blieb bei 55 Tagessätzen zu je 150 Euro und einem Monat Fahrverbot.

Von Ulrich Franke

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