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Stadt Wolfsburg Direktor Ralf Beil verlässt das Kunstmuseum im Streit
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Direktor Ralf Beil verlässt das Kunstmuseum im Streit
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18:55 14.12.2018
Quelle: Britta Schulze
Wolfsburg

Grundlage sei ein Beschluss des Kuratoriums der Kunststiftung Volkswagen, die die Trägerin des Museums ist und deren Vorstand und Sprecher Beil bislang war, heißt es in einer Presseerklärung des Hauses. Die Museumsleitung übernehme „interimistisch“ Otmar Böhmer, der Geschäftsführer des Museums.

Bekannt geworden ist die Entscheidung bereits in der Nacht zum Freitag durch eine Mail Ralf Beils, die in der Kunstszene die Runde gemacht und teils heftige Reaktionen ausgelöst hat. „Ein starkes Stück“ sei das, war da zu hören, ein „bedenklicher Eingriff in die Kunstfreiheit“, ein „Rausschmiss nach Gutsherrenart“ für einen Museumsmann, der ein sehr erfolgreicher Kurator von Ausstellungen gewesen sei, die aber offenbar politisch nicht gepasst hätten.

Überraschende Trennung: Ralf Beil ist nicht mehr Direktor des Wolfsburger Kunstmuseums Quelle: Archiv

Diese Deutung seiner Kündigung legt auch Beil in seiner Mail nahe. „Künstlerische Freiheit“ sei am Kunstmuseum Wolfsburg nicht mehr gegeben, heißt es darin. „Unlängst verlautete von Dritten, dass ,das Museum den Konzern unterstützen sollte‘.“ Seit seinem Amtsantritt 2015 hätten sich die Akzente „massiv verschoben, denn damals waren mir kuratorische Freiheit und Unabhängigkeit fest zugesichert worden“.

Kunstmuseum schweigt zu Beils Vorwürfen

Solchen Vorwürfen ist gestern weder von Böhmer noch von der Kunststiftung begegnet worden. Die Stiftung verweist auf Anfrage nur auf die Pressestelle des Museums, die jedoch weder in der Presseerklärung noch darüber hinaus Stellung zu den Vorwürfen bezogen hat. Auch auf Fragen nach einem Nachfolger, der angeblich schon nominiert sein soll, gab es gestern keine Antwort.

Beils Kollegen über Entlassung bestürzt

„Diese Nachricht hat mich schockiert“, sagt Documenta-Geschäftsführerin Sabine Schormann zu der Entscheidung und betont, sie habe die Arbeit Beils in Wolfsburg sehr geschätzt.

Kathleen Rahn, die Direktorin des Kunstvereins Hannover erklärt, sie habe Beil als sehr engagiertes und sehr an niedersächsischer Kunst interessiertes Jurymitglied erlebt.

Und Sprengelmuseumschef Reinhard Spieler betont, der Kollege habe sich weder in der Finanzierung seiner Ausstellungen noch bei den Besucherzahlen in Wolfsburg etwas vorzuwerfen. „In Wolfsburg hat er ein sehr niveauvolles Programm auf der Höhe der Zeit gestaltet und dabei auch Akzente durch das kritische Aufgreifen von Themen gesetzt, die spezifisch für die Stadt sind.“

Zu kritisch? Spielers Vorgänger Ulrich Krempel sieht in der Personalie ein Beispiel für einen auch anderswo beobachtbaren Trend, Kulturschaffende zu „kujonieren“, die ein Programm auf die Beine stellen, dass „auch kritische Fragen“ an die eigene Kommune stellt. „Das ist eine großartige Blamage für Leute, die noch nicht einmal ihre eigene Blamage aufgearbeitet haben“, sagt Krempel. „Das wird Wolfsburg auf die Füße fallen.“

Beils Leistung in Zahlen

Sicher ist, das Ralf Beil die Stadt Wolfsburg mit mehreren Themen ins Museum geholt, aber auch den Blick über den lokalen Horizont hinaus geweitet und dabei auf eine Mischung aus kleinen Präsentationen der vergleichsweise jungen Sammlung des Hauses mit großartigen Raumkunstwerke im weißen Kubus des Kunstmuseums geachtet hat. Die Publikumsresonanz lag 2015 bei 66.500, 2016 bei 70.230 und 2017 bei 65.000 Besuchern. Für 2018 liegen die Zahlen niedriger, da das Haus zur 25-Jahr-Feier wegen einiger Umbauten und Renovierungen zeitweilig geschlossen ist.

Von dpa

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