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„Die offenen Sonntage sind superwichtig“

Wolfsburg „Die offenen Sonntage sind superwichtig“

Die Diskussion über die Terminierung von verkaufsoffenen Sonntagen nervt die Geschäftswelt. Bislang konnten Heinenkamp, City, Fallersleben und Vorsfelde jeweils bis zu vier Sonntage pro Jahr beantragen, die Designer Outlets sogar sechs. Nach einem neuen Urteil gilt diese Vier-Mal-Regel nun für alle Bezirke zusammen.

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Offene Sonntage: Die Kunden kommen regelmäßig in Strömen.

Quelle: Tim Schulze

Stadtsprecherin Elke Wichmann sagt: „Die Stadt prüft derzeit noch das Vorgehen aufgrund der aktuellen Rechtsprechung.“ Das Problem: Man kann nicht einfach ignorieren, dass in Hannover nach einer Klage von Verdi die Vier-Mal-Regel neuerdings nicht für einzelne Bezirke, sondern die gesamte Stadt gilt.

Die WAZ hörte sich in der Wolfsburger Wirtschaft um

„Man kann Terminabsprachen natürlich auch im großen Gremium regeln“, sagt Hilmar Zentraf, Geschäftsführer von Möbel Buhl, „das macht aber allen Beteiligten das Leben schwerer - außer Herrn Amazon.“ Damit spielt er auf die Konkurrenz durch rund um die Uhr geöffnete Online-Geschäfte an. Matthias Melcher (Media Markt) stimmt zu: „Die Sonntage sind superwichtig für die heimische Wirtschaft und beliebt bei den Kunden.“

Beide betonen, an der Arbeitszeit der Mitarbeiter ändere die Neuregelung nichts, denn jedes einzelne Geschäft durfte ja auch bisher nur viermal sonntags öffnen. Heike Burkert, Store-Managerin bei C&A, berichtet sogar, dass die meisten diesen Dienst gern antreten. „Bei uns ist das freiwillig“, sagt sie. Freizeitausgleich, Sonderzahlungen und die „besondere Stimmung bei den Kunden“ mache den Sonntag beliebt.

Weniger gern hat ihn Brunhilde Keiser (Uhren und Schmuck). „Es kommt sicher auf die Branche an, aber mir bringt das höchstens an den Sonntagen vor Weihnachten etwas“, sagt sie. Ansonsten würde der Umsatz in Spezial-Geschäften wie ihrem die doppelten Personalkosten nämlich nicht ausgleichen.

WAZ-Talk: „Regelung  ist absurd“

WAZ-Redakteurin Andrea Müller-Kudelka hat nachgefragt bei Matthias Lange, dem Sprecher des Wolfsburger Einzelhandels:

WAZ: Wie wichtig sind die verkaufsoffenen Sonntage?
Lange: Sie haben sich kulturell etabliert und sind wirtschaftlich ein wichtiger Faktor.

WAZ: Was sagen Sie zu den Argumenten der Gewerkschaft?
Lange: Selbst ihren Mitgliedern haben die Gewerkschaften keinen Gefallen getan. Sie arbeiten damit nicht weniger oft und viele arbeiten auch gern sonntags, so lange es im Rahmen bleibt und gut bezahlt wird.

WAZ: Worauf hofft der Einzelhandel jetzt?
Lange: Ich hoffe, dass es auf Landesebene bald eine eindeutigere gesetzliche Regelung gibt, die den Strukturen vor Ort wieder besser Rechnung trägt. Denken Sie nur an Salzgitter – da wird das Ganze ad Absurdum geführt, wenn alle Stadtteile nur gleichzeitig ihre Geschäfte öffnen dürfen.

amü

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Wolfsburg
Nur noch vier statt 15 Termine: Offene Sonntage wie hier in Fallersleben.

Eigentlich waren für 2016 in Wolfsburg 15 verkaufsoffene Sonntage geplant - vier in der Innenstadt, drei im Heinenkamp, je zwei in Vorsfelde und Fallersleben sowie vier weitere in den Designer Outlets (DOW). Nach einem Verwaltungsgerichtsurteil für die Stadt Hannover ist diese Planung Makulatur. Demnach dürften nur vier Termine insgesamt bestehen bleiben.

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