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Die Wolfsburger Zelle

Wolfsburg Die Wolfsburger Zelle

Wolfsburg. Als ein Zentrum radikaler Islamisten haben die niedersächsischen Behörden seit langem Wolfsburg im Visier. Nach Angaben von Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat sich dort in den vergangenen Jahren ein besonderer Schwerpunkt der salafistischen Szene gebildet.

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Laut niedersächsischer Behörden hat sich in Wolfsburg ein Zentrum radikaler Islamisten gebildet.

Quelle: Archiv

Die Gruppe habe aber keine hierarchischen Strukturen.  Von den bis zu 60 Islamisten aus Niedersachsen, die in Richtung Syrien und Irak ausgereist sind, stammen nach Angaben des Verfassungsschutzes 20 aus dem Raum Wolfsburg.

Unsicherheit in Wolfsburg

Der Wirbel um die Wolfsburger Zelle und die gefassten mutmaßlichen Terrorhelfer hinterlässt in der Stadt Spuren: „Man schaut sich mehr um“, sagt eine 15-Jährige, die mit Freundinnen am Pizzastand ansteht. Obwohl ihr natürlich klar sei, dass nicht jeder bärtige Mann extrem ist. Die Islamistenszene sei Thema im Freundeskreis. „Es verunsichert natürlich, wenn man merkt, das kommt näher.“ Bis vor kurzem hätten sie nichts davon geahnt. Eine ältere Dame, eine frühere Lehrerin, drückt es nüchterner aus:
„Es ist nicht schön.“ Sie hofft, dass keiner ihrer früheren Schützlinge unter den Islamisten ist. „Ich habe keine Angst. Aber es tut mir leid um diese jungen Leute.“

Die erste Ausreise fand im September 2013 statt, 2014 folgten 17 Ausreisen und zwei in diesem Jahr. Rund 20 ausgereiste Islamisten aus Niedersachsen sind inzwischen zurückgekehrt, gut zehn sind in Syrien oder dem Irak gestorben, darunter mehrere Wolfsburger.

In Wolfsburg sind den Sicherheitsbehörden etwa 30 bis 40 Personen mit Bezug zum Kampfgeschehen in Syrien und dem Irak bekannt. Menschen, die nach dorthin ausreisen wollen, dies bereits getan haben oder dafür werben oder dies logistisch unterstützen. 

Neben den beiden nun angeklagten mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geriet Ende vergangenen Jahres ein weiterer mutmaßlicher Dschihadist aus Wolfsburg ins Visier der Justiz. Dem 29-Jährigen wurde am Flughafen Hannover die Ausreise in die Türkei verweigert. Der Mann soll neben einer großen Menge Bargeld auch eine Drohne im Gepäck gehabt haben. Die Behörden vermuten, dass der Mann sich in Syrien dem IS anschließen wollte.

Schon 2007 fiel ein deutsch-tunesischer Jugendlicher aus Wolfsburg den Fahndern auf, weil er für die „Sauerland-Gruppe“ Zünder aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben sollte.

dpa

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