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Stadt Wolfsburg Die Interessen von Kindern in die Politik bringen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Die Interessen von Kindern in die Politik bringen
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18:57 19.07.2017
Sie hat die Situation der Jüngsten im Blick: Katrin Binius ist seit 2014 Kinderbeauftragte der Stadt Wolfsburg.  Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

 Dicht dran sein an der Lebenswelt von Mädchen und Jungen und den Nachwuchs animieren, die eigenen Interessen aktiv zu vertreten: Das sind zentrale Ansprüche der Wolfsburger Kinderbeauftragten Katrin Binius, die seit Oktober 2014 das Kinder- und Jugendbüro an der Schillerstraße 48 leitet.

Die Diplom-Wirtschaftsjuristin verfolgt einen klaren Auftrag: „Ziel ist es, die Anliegen von Kindern stärker in das Handeln von Verwaltung und Politik zu integrieren.“ Wie das gelingen kann, zeigen etwa die Planungen für den neuen Spielplatz im Baugebiet „Glanzwanne II“ in Velstove. Das sechsköpfige Team vom Kinder- und Jugendbüro war gezielt in die Grundschule gegangen, um mit Kindern über ihre Vorstellungen zu sprechen. Nach Ideensammlung und lebendiger Diskussion entstand sogar ein Modell von der zukünftigen Anlage.

„Kinder sind aktive Einwohner“, betont Binius, die vor ihrer Tätigkeit in Wolfsburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Landtags- und eines Bundestagsabgeordneten auch mit Kinderpolitik befasst war. Die 38-Jährige weiß um die je nach Alter unterschiedlichen Bedürfnisse der Heranwachsenden. Für die etwas Älteren seien etwa regelmäßige Busverbindungen in die City wichtig. Um aktiv an den Zielen mitwirken zu können, gibt es den regelmäßig tagenden Kinderbeirat, dem 16 Mädchen und Jungen zwischen neun und zwölf Jahren angehören. „Wichtig ist, dass hier alle Stadtteile gleichermaßen vertreten sind“, hebt Katrin Binius hervor.

Das Beteiligungsformat ist fester Bestandteil des Aktionsplans Kinderfreundliche Kommune. Für dessen Erarbeitung gab es 2014 für Wolfsburg das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk. „Bei der Simulierung von Ratssitzungen ist es immer spannend zu erleben, wie Kinder diskutieren“, berichtet Binius. Dabei lernt der Nachwuchs Partizipationsmöglichkeiten in Sachen Kommunalpolitik kennen. Ein weiteres Augenmerk legt die Kinderbeauftragte auf eine öffentliche Kommunikation, die bei ihrer Zielgruppe ankommt. Dabei möchte sie künftig stärker auf die Darstellung auch in den sozialen Netzwerken zurückgreifen.

Von Jörn Graue

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