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Stadt Wolfsburg Detmeroder nahmen Abschied vom Stufenhochhaus
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Detmeroder nahmen Abschied vom Stufenhochhaus
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17:00 19.10.2017
Großes Interesse: Viele ehemalige Bewohner, Nachbarn und auch Architekten nahmen an einer letzten Führung durch das Stufenhochhaus teil.  Quelle: Burkhard Heuer
Detmerode

 Über 50 Jahre war es eines der Wahrzeichen Wolfsburgs und Detmerodes, begrüßte an der westlichen Einfahrt die Besucher der Stadt und strahlte in der Abendsonne wie ein weißes Juwel: Das Stufenhochhaus, Zeichen von Expansion, Wohlstand und wachsender Bevölkerung in der Volkswagenstadt, bot in 172 Wohnungen Familien und Einzelpersonen ein Zuhause. Nun wird der Abriss eingeläutet. Wegen irreparabler Substanzschäden ist ein Erhalt unmöglich.

Abschied von einem Detmeroder Wahrzeichen: Im nächsten Jahr wird das Stufenhochhaus abgerissen.

Ursprünglich 2019 geplant, wird nun wohl bereits im kommenden Jahr die Abrissbirne in Aktion treten. Grund genug für die Wohnungsgesellschaft „Neuland“ und das „Forum Architektur“ der Stadt , am Mittwoch eine letzte Begehung anzubieten. Fast 40 Interessierte – unter ihnen ehemalige Bewohner, Nachbarn, Historiker und Architekten – nahmen die Gelegenheit wahr, noch einmal ins Innere des Hauses zu schauen und aus der zehnten Etage den Blick Richtung Autobahn und Westhagen zu genießen.

„Ich habe gern hier gewohnt“, kommentierte Cordula Nathmann (48) ihre Gefühle. Sie sei hier aufgewachsen in einer großen, sich gut verstehenden Mietergemeinschaft. Sie und viele andere habe es schwer getroffen, als sich herausstellte, dass der Abriss unumgänglich wurde.

Wie diese Probleme sichtbar sind, erläuterte bei einem Rundgang Elmar Böschel, Teamleitung Neubau bei der Neuland. Quadratmeterweise hatte sich im Laufe der Jahre der Putz von den Wänden gelöst, hatte die eiserne Armierung freigelegt. Was das Bild des Stufenhochhauses ausmachte, nämlich die markanten Balkone, erwies sich bei Substanzprüfungen als das größte Problem. Die Verankerungen sind tragende Säulen der Statik. Hätte man hier eingegriffen, wäre die Standsicherheit gefährdet.

„Auch mir blutete das Herz“, so sagte Neuland-Geschäftsführer Hans-Dieter Brand, „als sich herausstellte, dass eine Sanierung unmöglich ist.“ Für viele Menschen, die Jahrzehnte hier gewohnt hätten, sei die Nachricht ein Schock gewesen. Die Räumung sei allerdings reibungslos abgelaufen, auch, weil die Mieter quasi rund um die Uhr betreut worden seien.

Nicole Froberg vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg, hatte zuvor die Teilnehmer des Rundgangs begrüßt. „Ich bin positiv überrascht“, sagte sie, „wie groß das Interesse an diesem markanten Detmeroder Gebäude ist.“

Von Burkhard Heuer

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