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Der nächste Nackenschlag: Einbruch in den VfL-Kiosk

Am Wolfsburger Amtsgericht Der nächste Nackenschlag: Einbruch in den VfL-Kiosk

Als ob der Mann nicht schon genug Sorgen hätte: Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch den VfL-Kiosk von Giovanni Moschetto neben dem Amtsgericht aufgebrochen, Bier und Kleingeld gestohlen.

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Ausgerechnet: Unbekannte sind an seinem Geburtstag in den VfL-Kiosk von Pächter Giovanni Moschetto eingestiegen, der ohnehin von Zukunftsängsten geplagt ist.
 

Quelle: Britta Schulze

Wolfsburg.  Erst tags zuvor hatte der Pächter seinen 83. Geburtstag in der Trinkhalle gefeiert, deren Zukunft wegen Abrissplänen des neuen Eigentümers seit Monaten auf dem Spiel steht.

Giovanni Moschetto standen am Mittwoch die Tränen in den Augen, nicht zum ersten Mal in der jüngeren Vergangenheit. Seit Monaten schwebt sprichwörtlich die Abrissbirne über seinem Kiosk, der bei VfL-Fans seit den 50-er Jahren Kultcharakter hat – ein neuer Eigentümer will das traditionsreiche Häuschen neben dem Amtsgericht abreißen. „Und jetzt das“, stöhnte der 83-Jährige, als er auf die brachial aufgehebelte Tür des kleinen Kiosks zeigte. „Das ist alles eine einzige Katastrophe.“

Gegen 5 Uhr wurde der Pächter am Mittwochfrüh von einer Nachbarin geweckt: „Komm schnell, dein Kiosk steht offen, die Polizei davor.“ Eine Zeugin hatte die aufgebrochene Tür entdeckt und die Beamten alarmiert. „Irgendwann in der Nacht wurde die Tür aufgebrochen, die Täter durchwühlten den Kiosk“, sagt Polizeisprecher Thomas Figge. Was sie fanden, war kaum der Rede Wert. Eine Kaffeemaschine, drei Sechser-Träger Beck’s Bier – und ausgerechnet eine kleine Spendendose mit ein paar Euro. „Das Geld hatten wir bei Giovannis Geburtstag gesammelt, um ihm zu helfen“, sagt Sven Pieper. Er steht mit an der Spitze einer breiten Bewegung von Fußballfans, die Moschetto in seinem Kampf um den Erhalt des Kiosks gegenüber des alten VfL-Stadions unterstützen.

Während die Polizei auf Zeugen für den Einbruch (Telefon 46460) hofft, will sich Giovanni Moschetto auch von diesem neuen Nackenschlag nicht kleinkriegen lassen. „Ich mache weiter“, sagt er – der Kiosk ist seit Jahrzehnten sein Leben.

Von Ulrich Franke

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