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Stadt Wolfsburg „Der Trinker“: Ekel, Scham, Verzweiflung
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Der Trinker“: Ekel, Scham, Verzweiflung
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18:00 26.09.2018
Scharoun Theater: Matthias Brenner wütete und tobte als Erwin Sommer in dem Stück „Der Trinker“ des „neuen theaters Halle“. Quelle: Falk Wenzel
Wolfsburg

Die Hinterbühne des Scharoun Theaters ist sparsam eingerichtet. Ein Klavier, ein Kerzenleuchter, ein paar Stühle. Auf einem Bett liegt ein Mann, er ist vollständig bekleidet. Er bewegt sich, steht auf, beginnt zu erzählen. Aus seinem früheren Leben, als er ein erfolgreicher Geschäftsmann war mit Villa am Stadtrand, glücklich verheiratet mit Magda. Bis zu seinem Absturz in den Alkohol. Der Mann heißt Erwin Sommer.

Hans Fallada (1893 bis 1947) beschrieb drei Jahre vor seinem Tod in einer geschlossenen Heil- und Pflegeanstalt, angeklagt wegen versuchten Totschlags an seiner Frau, in dem Roman „Der Trinker“ sein eigenes Schicksal. Uwe-Dag Berlin (auch Regie) und Claudia Steinseifer machten aus der literarischen Vorlage Falladas eine Monologfassung für das „neue theater Halle“ mit Matthias Brenner, dem Intendanten des Hauses. Im Klartext bedeutet das 90 Minuten authentisches Spiel, atemberaubende Schauspielkunst.

Dieser Erwin Sommer ist kaputt, am Ende. Da kommt nichts mehr. Nur Selbstmitleid, Ekel, Scham, trügerische Momente der Hoffnung, abgrundtiefe Verzweiflung. Das Verhältnis zu Magda, das in Hass umschlägt. Die Beziehung zur Kellnerin Elinor, Komplizin in Stunden voller Bier und Schnaps. Brenner kotzt sich die Seele aus dem Leib, ist Erwin Sommer alias Hans Fallada, wütet, tobt, wälzt sich am Boden, erleidet unendliche Qualen.

Faszinierend gestaltet Brenner den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Fantasie der Zuschauer werden auch die anderen Personen lebendig, wenn er mit ihnen spricht, in seiner Erinnerung und den Köpfen des Publikums auf- und abtreten lässt. Bleibt zu wünschen, dass das „neue theater Halle“ häufiger zu Gast sein wird.

Von Katrin Mauke

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