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Stadt Wolfsburg Der Regen verhagelt die Ernte
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Der Regen verhagelt die Ernte
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20:00 17.08.2017
Traurig: Die Tomaten von Werner Schüttler vergammeln am Strauch, wenn sie nicht früh abgeerntet werden. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Wolfsburgs Hobbygärtnern hat’s die Ernte gründlich verhagelt. Durch die Kälte im Frühjahr und den Dauerregen im Sommer wächst kaum etwas – und das, was wächst, droht zu verfaulen. „So viel Regen hatten wir wohl noch nie“, sagt Friedrich Grünberg, Vorsitzender des Bezirksverbandes der Kleingärtner.

Kartoffeln und Lauch würden schlichtweg verfaulen, weiß Grünberg – zumindest dort, wo das viele Wasser nicht schnell versickern kann. Grünberg hat seine Parzelle im KGV Fallersleben Ost und damit ein doppeltes Problem – zum Wasser von oben kommt noch das Wasser von unten: „Wir liegen in einer Senke, darunter läuft ein Bächlein, rundherum wurde der Boden durch Bebauung versiegelt“ – das Wasser drückt regelrecht hoch. Teils mit bösen Folgen: „Einem Kollegen ist schon das Gartenhaus abgesoffen.“

Auch die Ernte fällt weitgehend ins Wasser. Insbesondere Obst wie Äpfel, Kirschen oder Pflaumen gibt’s fast gar nicht: „Das Frühjahr war so kalt, da sind die Blüten erfroren.“ Nun ist der viele Regen pures Gift beispielsweise für Tomate, die nicht im Gewächshaus stehen. Grünberg: „Tomaten mögen Wasser von oben und auf den Blättern gar nicht. Was draußen steht, ist hin.“

Werner Schüttler von der Anlage am Wellekamp kämpft genau dagegen an: „Ich pflücke meine Tomaten ab, wenn sie noch gelb sind, und lasse sie trocken und dunkel nachreifen.“ Was am Strauch hängen bleibt, „platzt auf und verfault.“ Glück hatte Schütttler mit seinen Kartoffeln, Sorte „Rote Laura“: „Die sind alle schon aus der Erde, alles gut.“ Ohnehin habe der Verein am Wellekamp Glück: „Hier war der Kalischacht drunter, das Wasser kann schnell versickern.“ Ähnlich gute Bodenverhältnisse gebe es überwiegend im Ernteglück, berichtet Vorsitzender Heinz Grams: „Bei den meisten Kollegen geht es eigentlich mit Kartoffeln, Kohl und Mohrrüben.“ Pech hätten allerdings rund 20 Prozent der Vereinsmitglieder: „Die haben Lehmboden drunter, da steht das Wasser.“

Und als ob die verregnete Ernte nicht schlimm genug wäre, das stehende Wasser bringt ein weiteres Problem mit sich. „Mücke ist bei uns schon jetzt das Schimpfwort des Jahres“, sagt Friedrich Grünberg. Nächstes Jahr kann alles eigentlich nur besser werden für Wolfsburgs Kleingärtner.

Von Ulrich Franke

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