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Demo: 600 Kita-Mitarbeiter fordern mehr Lohn

Wolfsburg Demo: 600 Kita-Mitarbeiter fordern mehr Lohn

Mit lautstarken Protesten haben Kita-Mitarbeiter heute in Wolfsburg ihre Forderung nach mehr Lohn zum Ausdruck gebracht: Mehr als 600 Teilnehmer zogen vom Gewerkschaftshaus zum Rathaus, wo eine große Kundgebung stattfand. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und Hartwig Erb (IG Metall) bekundeten ihre Solidarität.

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Kita-Streik: Mehr als 600 Teilnehmer zogen laut Gewerkschaft Verdi heute zum Wolfsburger Rathaus, um für mehr Lohn zu demonstrieren.

Quelle: Photowerk (he)

„Man will euch nicht das zahlen, was ihr schon lange verdient“, bekräftigte Osterloh die Forderungen der Gewerkschaft Verdi. Deren Sprecher Jürgen Praast war begeistert von der Menge der Erzieherinnen und Sozialarbeiter aus Wolfsburg, Gifhorn, Salzgitter, Wolfenbüttel, Peine, Bad Harzburg und Königslutter, die sich am Streik beteiligten. „Das macht Eindruck!“, sagte er.

Kampfeslustig zeigten sich die Demonstranten, Sozialarbeiterin Bianca Liegner fragte provokant: „Warum zahlen wir Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, weniger als denen, denen wir unser Geld anvertrauen?“ Unterstützung erhielten die Erzieher von einer Kita-Gruppe aus einer kirchlichen Einrichtung, vom Kita-Stadtelternrat und vom Deutschen Frauenrat.

Kita-Streik: Mehr als 600 Teilnehmer zogen laut Gewerkschaft Verdi heute zum Wolfsburger Rathaus, um für mehr Lohn zu demonstrieren.

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Oberbürgermeister Klaus Mohrs war vor Ort. Er  forderte, Bund und Land müssten stärker in die Finanzierung einsteigen: „Denn wir brauchen qualifizierte Kräfte“. Aber: So lange kein Angebot der Kommunen vorliege, gehe der Streik weiter, betonte Praast.

Heute demonstrieren die Wolfsburger in Königslutter, am Montag in Braunschweig, am Dienstag bei VW und am Mittwoch in Lüneburg. Zur Anzahl von Kita-Notgruppen-Plätzen sagte Praast: „Wo es dringend nötig ist, haben wir sie eingerichtet. Aber ein Streik muss auch weh tun.“

WAZ-INFO: Kita-Streik

Seit dem 8. Mai befinden sich Mitarbeiter aus dem sozialen Bereich im öffentlichen Dienst im unbefristeten Streik. Laut der Gewerkschaft Verdi geht es um 240.000 Beschäftigte bundesweit, in Wolfsburg sind es rund 130 Mitarbeiter. Betroffen sind hier vier Kindertagesstätten (Fallersleben, Mörse, Vorsfelde und Klinikum) sowie die Jugendwerkstatt, Betreuung an Grundschulen (Fallersleben, Laagbergschule, Regenbogenschule) und der Soziale Dienst. Kita-Notgruppen wurden in Mörse (Krippe), Vorsfelde und am Klinikum eingerichtet (rund 50 Plätze).

Hintergrund: Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der Sozial-Berufe in der Gehaltstabelle (rund zehn Prozent mehr Geld). Die kommunalen Arbeitgeberverbände bezeichnen das als unbezahlbar. Ende April war die fünfte Verhandlungsrunde gescheitert. Gestern äußerten beide Seiten grundsätzlich Bereitschaft, die Gespräche fortzusetzen. 

WAZ-INFO: Morgen demonstrieren Eltern!

Eine Kundgebung von betroffenen Eltern aus Wolfsburg ist für den morgigen Mittwoch, 10 Uhr, am Rathaus geplant. Viele unterstützen grundsätzlich die Forderungen der Erzieher nach mehr Gehalt. Sie sehen sich aber durch den unbefristeten Streik auch vor große Probleme gestellt (WAZ berichtete). Willkommen sind Teilnehmer  aus dem gesamten Stadtgebiet. Vor allem dürften heute an der Demo Eltern aus Fallersleben teilnehmen, wo es keine Notgruppe gibt. Speziell für die Unter-Dreijährigen sei das hart, denn sie benötigten ihre gewohnte Umgebung, betont Elternsprecherin Christina Ihlenburg.

Die Eltern wollen heute Vertretern beider Tarifparteien – Gewerkschaften und Kommunen – klar machen, wie wichtig für sie ein schnelles Ende des Streiks ist.

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