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Daten gestohlen? Junge Syrerin erhält kein Visum

Identitätsdiebstahl Daten gestohlen? Junge Syrerin erhält kein Visum

Mohammad Jamal Ali Hamad und seine Frau Mona Zaza sind verzweifelt: Ihre 20-Jährige Tochter Alaa sitzt in Beirut fest, während ihre Eltern und ihre Brüder in Wolfsburg auf sie warten – doch die junge Frau bekommt kein Visum.

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Kein Visum für Alaa: Die Familie Ali Hamad sorgt sich um die älteste Tochter.

Quelle: Britta Schulze

Wolfsburg. Grund dafür sind aber offenbar nicht etwa Beschränkungen der Bundesregierung. Die Familie Ali Hamad, die aus Syrien stammt, befürchtet, dass jemand die Daten der jungen Frau geklaut und missbraucht hat.

Ihr Vater kam 2015 nach Deutschland, nachdem eines seiner beiden Hotels in Syrien ausgebombt worden war und er seinen ältesten Sohn erst nach zwei Tagen schwer verletzt aus den Trümmern hatte bergen können (WAZ berichtete). Frau und Kinder hatte Mohammad Jamal Ali Hamad vor seiner eigenen Flucht in den Libanon gebracht, in Deutschland wollte er selbst für alle eine neue Existenz aufbauen und sie dann nachholen. Er hat eine Aufenthaltsgenehmigung für (vorerst) drei Jahre bekommen, macht zurzeit einen Deutschkursus und möchte ein Restaurant eröffnen.

Die übrige Familie ist inzwischen hier – bei der Ehefrau und den minderjährigen Söhnen gab es keine größeren Probleme. Aber als auch Alaa Ali Hamad schließlich so weit gekommen war, dass sie in Beirut zur Botschaft vorgelassen wurde, um ein Visum für die Einreise nach Deutschland zu beantragen, erfuhr sie, dass sie sich bereits in Deutschland befindet – zumindest besagten das die Unterlagen der Behörde.

Ziad Nemr, der die Familie in Deutschland als Dolmetscher unterstützt, sagt: „Wir glauben, dass jemand mit den Daten von Alaa Papiere für eine andere Frau gefälscht hat.“ Eine Rechtsanwältin aus Gifhorn ist zurzeit mit dem Fall befasst. Ob und wie sie helfen kann, ist noch unklar. „Dieser Datenklau ist jedenfalls ein Riesenskandal, der nicht nur diese Familie betrifft“, sagt Ziad Nemr.

Von Andrea Müller-Kudelka

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