Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Das Opfer hatte panische Angst

Wolfsburger vor Gericht Das Opfer hatte panische Angst

Was geschah wirklich am 2. April in einer Wohnung am Berliner Ring? Auch der gestrige zweite Prozesstag um Mordversuch und Vergewaltigung brachte vor dem Landgericht keine Klarheit.

Voriger Artikel
Bekifft auf Mini-Motorrad von Polizei erwischt
Nächster Artikel
Marathon führt durch die Stadt: Viele Straßen werden gesperrt

Prozess um versuchten Mord: Der Angeklagte mit seiner Verteidigerin Antje Heister (l.) und der Dolmetscherin.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Wolfsburger Italiener (35) vor, seine Freundin (40) mit einem Messer lebensgefährlich verletzt zu haben - der Angeklagte behauptet, die Frau habe sich die Schnittwunden selbst zugefügt.

Eine Krankenschwester (47), die das Opfer auf der Intensivstation des Klinikums betreute, sagte gestern aus, die Frau habe offenbar panische Angst gehabt. Auch, weil ihr damaliger Lebensgefährte zu Hause angeblich eine illegale Schusswaffe besitze. Die Polizei schottete die Frau daraufhin zunächst ab.

Auch der jüngere Sohn (14) des Opfers wurde vernommen. Nachdem ein Nachbar die Tür aufgebrochen hatte, betrat er die Wohnung: Der Flur sei bis zum Wohnzimmer mit Blut verschmiert gewesen. Seine Mutter lag auf dem Balkon, wohin sie sich mit letzten Kräften gerettet hatte, um nach Hilfe zu rufen.

Allerdings berichtete der Sohn auch von einem Vorfall vor etwa zwei Jahren, als seine Mutter nach einem Streit am Telefon Beruhigungstropfen genommen habe. Danach habe sie sich extrem auffällig verhalten, sei „rumgesprungen wie ein Frosch“. Eine Freundin, die den Rettungswagen rief, habe sie ebenso geschlagen wie die Sanitäter, in der Klinik habe man sie ans Bett gefesselt.

Der Angeklagte selbst hatte behauptet, seine Ex-Freundin habe sich am Tattag „aufgeführt wie eine Irre“. Der Prozess wird fortgesetzt.

fra

Tränen vor Gericht. Das Opfer im Verhör

Zwei Stunden lang nahm die Verteidigung gestern die 40-jährige Ex-Freundin des Angeklagten ins Kreuzverhör.

Immer wieder versuchte Verteidigerin Antje Heister im Landgericht, die Version der Frau zu erschüttern. Warum hatte sie sich nicht gegen die angebliche Vergewaltigung gewehrt? Warum hatte sie sich trotz Todesangst nicht im Bad eingeschlossen, wohin sie sich zwischendurch zurück gezogen hatte?

Häufig unter Tränen gab die 40-Jährige im Prinzip immer die gleiche Antwort: Sie habe große Angst vor ihrem eifersüchtigen Freund gehabt und sich darum gefügt.

fra

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier lesen Sie die Sonderveröffentlichungen von AZ und WAZ zu vielen interessanten Themen. mehr

Borth im Radio - der wöchentliche Talk mit WAZ-Chefredakteur Dirk Borth auf radio21

Dirk Borth, der Chefredakteur der Wolfsburger Allgemeinen ist jetzt jeden Freitag um 16.30 Uhr bei Radio21 zu hören. "Borth im Radio" - aktuelle Kommentare aus der Region. mehr

Ihre Tageszeitung auf dem Tablet lesen: Wir haben die besten Geräte, das passende Zubehör und tolle Angebote! Lassen Sie sich jetzt unverbindlich im AZ/WAZ Media Store beraten. mehr

Wolfsburg: Spektakulärer Sonnenuntergang