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Stadt Wolfsburg „Das Echo auf die Ausstellung war überwältigend“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Das Echo auf die Ausstellung war überwältigend“
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00:16 14.09.2016
Positive Bilanz zur Ausstellung "Wolfsburg Unlimited": Kunstmuseums-Chef Ralf Beil freute sich über ein "überwältigendes Presseecho". Quelle: Sebastian Bisch
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WAZ: Herr Beil, die Ausstellung „Wolfsburg Unlimited“ ist vorbei. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?
Ralf Beil: Das Pressecho war überwältigend. Die „Welt“ etwa schrieb: „Gibt es Wolfsburg in zwanzig Jahren noch? Wenn nein: Dann sollte man wenigstens diese Ausstellung retten…“ Begeisterte Besucher aus Braunschweig, Dresden und München wünschten sich wörtlich, dass das Kunstmuseum Wolfsburg in ihrer Stadt stünde, so glücklich waren sie über die Ausstellung. Was kann man mehr wollen?

WAZ: Wie war die Rückmeldung der Besucher aus Wolfsburg auf die Schau?
Ralf Beil: Auch in Wolfsburg gab es immer wieder großen Überschwang und Dankesworte, der Präsident eines Rotary-Clubs etwa hielt nach einer Führung spontan eine fünfminütige Rede über die Ausstellung als „Identifikationsmodell für alle Wolfsburger“. Die kritischen Stimmen sind leider nur über Umwege zu mir gelangt. Ich muss feststellen, das Wolfsburg nicht wirklich eine Stadt des offenen und konstruktiven Dialogs ist, den ich mir auch und gerade bei dieser Ausstellung gewünscht hätte. Ich liebe direkte Auseinandersetzungen zu kontroversen Themen und Transparenz der Gedanken, aber das scheint hier nicht gerade kultiviert zu werden…

WAZ: „Wolfsburg Unlimited“ ist Ihre erste Ausstellung, die Sie für das Wolfsburger Kunstmuseum konzipiert haben. Werden Sie Ihre neue Heimat in den nächsten Jahren noch einmal zum Thema machen, weil es noch wichtige Dinge zu sagen gibt?
Ralf Beil: „Heimat“ ist wie „Freiheit“ ein großes Wort, das ich nicht so schnell vergebe. „Heimat“ ist für mich der Geschmack von Sushi und Käsefondue, das Flussschwimmen in der Aare bei Bern, der Markt auf dem Freiburger Münsterplatz, das Lachen meiner beiden Töchter, der Sonnenglanz auf dem Hochzeitsturm der Mathildenhöhe - wir werden sehen, was hier einmal „Heimat“ bedeuten wird… Doch zu Ihrer Frage: Schon die nächste Ausstellung „Im Käfig der Freiheit“ hat einiges mit Wolfsburg zu tun. Was genau? Sie und alle Leser sind herzlich eingeladen, das ab 1. Oktober herauszufinden.

WAZ: Sie blickten in „Wolfsburg Unlimited“ nicht nur auf die Geschichte der Stadt zurück, sondern auch in die Zukunft. Der Architekt Volker Möll entwickelte gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Geschäftsführer einen Hafen, der Phaeno und Kunstmuseum miteinander verbindet. Eine schöne, aber kühne Idee, die Sie mit einem Schmunzeln begleitet haben… Wie sieht es mit der Umsetzung aus?
Ralf Beil: Nach der Beförderung der Wolfsburger Stadtbaurätin Thomas ins Berliner Ministerium für Umwelt und Naturschutz hoffe ich nun sogar auf Bundesmittel… (lacht). Im Ernst: Wir haben Hunderte von Unterschriften gesammelt, bis hin zum Landtagspräsidenten von Niedersachsen. Herr Junge ist hellauf begeistert von der Flutung seines Phaeno-Vorplatzes und ich bin nach wie vor der Meinung, dass Wolfsburg damit sehr, sehr nachhaltig an Lebensqualität gewinnen würde. Kurz: Wir machen weiter, sobald der Posten von Frau Thomas neu besetzt ist!

WAZ: Es gab viele Veranstaltungen und Formate rund um die Ausstellung, was bleibt Ihnen in besonders guter Erinnerung?
Ralf Beil: Neben dem Musikabend mit Bettina Greffrath zum „Lied der Deutschen“ und all den Wolfsburger Gesprächen, die mich persönlich sehr bereichert haben, insbesondere das Symposium zu den Kleinwagen-Entwicklern der 20er und 30er Jahre: Es war eine Freude, eine solche Fachtagung zu ermöglichen und damit als Kunstmuseum den fast vergessenen Namen des jüdischen Ingenieurs Josef Ganz erneut in der Autohistorie zu platzieren: als einen der geistigen Väter des Volkswagen-Gedankens und „Maikäfer“-Erfinder, dem einst in Deutschland keine Chance zu weiteren Aktivitäten mehr gegeben wurde...

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