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Clown-Wirbel um Rapper bei Facebook

Wolfsburg Clown-Wirbel um Rapper bei Facebook

Wolfsburg. Für Riesen-Wirbel im Internet sorgt ein gefaktes Video der Wolfsburger Rapper Aseef und Bestie: Sie verprügeln einen „Horror-Clown“, der sie angeblich überfallen wollte. Das Video wurde über 100.000 Mal aufgerufen. Jetzt ermittelt auch die Polizei.

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Angeblicher Angriff durch Horror-Clown: Wirbel um die Rapper Aseef und Bestie.

Ein zweites Video auf der Facebook-Seite der Rap-Newcomer verrät:
Das, was als Promo-Aktion gedacht war, beschäftigt jetzt auch die Polizei.

Inhalt des kurzen Videos: Ein „Horror-Clown“ mit einem Messer überfällt die Rapper, die den Angreifer daraufhin zusammen schlagen und treten. Dass nichts echt ist, erkennen die meisten Betrachter sofort. „Das ist ja noch schlechteres Schauspielniveau als Berlin Tag und Nacht“, lautet einer von vielen verächtlichen Kommentaren. Andere Facebook-Nutzer aber nehmen die Szenerie für bare Münze und streiten darüber, ob es sich bei der Reaktion des Duos um brutale Selbstjustiz handelt - oder der Clown völlig zu Recht vermöbelt wird.

André Peschke, Manager von Aseef und Bestie, verteidigt die Idee: „Das war als Promotion-Aktion gedacht, und das hat augenscheinlich funktioniert.“ Sogar Fernsehsender wie RTL II und Pro 7 hätten das Video ausgestrahlt. Dass manche User oder auch die Polizei die Wahl des Stilmittels als bedenklich empfänden, könne man zwar nachvollziehen: „Auch wir lehnen Gewalt ab. Aber das Clowns-Thema ist Teil unserer Realität, darum haben wir es aufgegriffen.“

In einem zweiten Video werde alles aufgelöst: Dann spricht der „Clown“, tatsächlich ein Bekannter der Rapper, und erklärt: Er sei nur scharf auf das demnächst erscheinende Album des Duos gewesen.

Die Promotion-Aktion geht weiter.

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Total daneben

ein Kommentar von Ulrich Franke

Haben sich die Wolfsburger Rapper Aseef und Bestie als brutale Dumpfbacken geoutet, weil sie auf einem getürkten Video einen „Horror-Clown“ zusammen treten? Natürlich nicht. Dass der „Überfall“ gestellt war, fiel den meisten Betrachtern spätestens beim zweiten Blick auf – Realität sieht anders aus.

Das ist aber auch gar nicht die Frage. Die lautet: Rechtfertigt der Zweck jedes Mittel? Meine Meinung dazu ist klar: Nein. Dass es Newcomer in der Musikszene schwer haben, überhaupt wahrgenommen zu werden, ist sicherlich richtig. Und dass bisweilen Umwege gewählt werden müssen, um überhaupt Aufmerksamkeit zu erzeugen – sei es ein spektakuläres Video, sei es eine provozierende Aussage oder schlicht nackte Haut –, gilt als verbreitetes Marketing-Instrument.

Der aus den USA zu uns geschwappte Trend der „Horror-Clowns“ aber versetzt real existierende Menschen so schon in real existierende Angst. Dieses Genre als künstlerisches Stilmittel für Promotion einzusetzen, ist in meinen Augen ein Fehlgriff. Vermutlich beweist das Rapper-Duo auf seinem Album mehr Gespür für guten Geschmack.

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