Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Claudia Kayser: „Eine kontinuierliche Anerkennung des Ehrenamts ist wichtig“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Claudia Kayser: „Eine kontinuierliche Anerkennung des Ehrenamts ist wichtig“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:02 21.04.2018
Claudia Kayser: Die Leiterin der Direktion Wolfsburg der Volksbank BraWo spricht im WAZ-Interview über das Projekt „Gemeinsam helfen“. Quelle: Sebastian Bisch
Wolfsburg

In Wolfsburg engagieren sich unzählige Menschen in den Sportvereinen, den Freiwilligen Feuerwehren, den Kirchengemeinden und in vielen weiteren Bereichen. Wie kann die Aktion „Gemeinsam helfen“ von WAZ und Volksbank BraWo das Ehrenamt voranbringen?

Die Aktion hilft dabei, Vereine bekannt zu machen. Diese können dadurch zum einen neue Mitglieder gewinnen und zum anderen Spenden einwerben. So haben Interessierte bei „Gemeinsam helfen“ die Möglichkeit, für einzelne Projekte abzustimmen und über unsere Crowd-Funding-Plattform www.gemeinsam-fuer-gemeinwohl.de unmittelbar zu spenden.

Ein wichtiger Ansatzpunkt der Aktion ist es, den Einsatz der vielen stillen Helfern, die oftmals im Verborgenen bleiben, zu würdigen. Warum ist das so wichtig?

Gerade Ehrenamt lebt immer auch von der persönlichen Erfüllung durch die Arbeit in einem Projekt, das einem am Herzen liegt. Da alle Ehrenamtlichen freiwillig und ohne Geld arbeiten, sind eine kontinuierliche Anerkennung und Würdigung sehr wichtig. Das gilt gerade auch für jene, die in Vereinen oder Initiativen in der zweiten Reihe stehen, und kann zugleich auch als ein positiver Ansporn dienen. Wir als Volksbank übergeben beispielsweise jährlich Gelder an Vereine. Das geschieht immer in einem feierlichen Rahmen und dient zugleich als Würdigung des Ehrenamts.

Ein Berater für Vereine

Weshalb hat sich die Volksbank BraWo 2015 entschlossen, das EngagementZentrum GmbH als gemeinnützige Tochtergesellschaft zu gründen?

Vor der Gründung des gemeinnützigen EngagementZentrums haben wir gemerkt, dass es häufig an fachlicher Unterstützung für Vereine fehlt. Das betrifft zum Beispiel Vereinsneugründungen. Wie muss eine Satzung aussehen? Wie ist die Haftung des Vorstandes zu sehen? Wie mache ich Abrechnungen? Das sind Themen, mit denen sich jemand, der helfen möchte, nicht unbedingt im Vorfeld befasst. Um gerade hier gezielt zu helfen, haben wir das EngagementZentrum gegründet. Vereine haben bei uns einen festen Ansprechpartner, der in sämtlichen Fragen zum Selbstkostenpreis berät. Regelmäßig gibt es auch Informationsveranstaltungen. Ein aktuelles Thema ist zum Beispiel die Datenschutzverordnung.

„Unsere Crowd-Funding-Plattform gäbe es nicht ohne Digitalisierung

„Tue und Gutes und sprich darüber.“ Welche Möglichkeiten sehen Sie gerade in der in Wolfsburg so oft beschworenen Digitalisierung für ehrenamtliche Initiativen und Vereine, ihren Aufgaben und Bedürfnissen mehr Gehör zu verschaffen?

Es war noch nie so einfach wie heute, über die unterschiedlichen Kanäle in die Öffentlichkeit zu gehen. Die Kampagne „Gemeinsam helfen“ ist ein gutes Beispiel dafür. Neben der Zeitung sind wir in den sozialen Medien im Internet aktiv und damit crossmedial unterwegs, um möglichst viele zu erreichen. Das Einwerben von Spenden über unsere Crowd-Funding-Plattform würde es ohne Digitalisierung nicht geben. Bei einer angemessenen Präsentation, zum Beispiel über ein Video, und der anschließenden aktiven Kommunikation über die verschiedenen Kanäle bestehen gute Chancen, Interessierte anzusprechen. Hier geben wir natürlich gerne Hilfestellung.

In politischen Diskussionen ist seit Jahren immer wieder von sozialer Ungleichheit und sozialer Spaltung die Rede. Auch in Wolfsburg gibt es Menschen, die nicht genug Geld für den Einkauf von Lebensmitteln oder die Schulsachen ihrer Kinder haben. Was muss sich da ändern?

Es ist erschütternd, dass wir über so etwas überhaupt reden müssen. Ich appelliere hier an die Politik, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.Betroffen sind vor allem Kinder und ältere Menschen. Ein wichtiger erster Schritt sind beispielsweise die Ganztagsschulen in Wolfsburg, in denen Kinder auch mit Essen versorgt werden. Ganz wichtig sind natürlich auch die Tafel und die Initiative „Starthilfe“, die sich dem Thema Armut bereits annehmen. Auch wir als Volksbank sind in dieser Richtung längst aktiv. Ich erinnere beispielsweise an unsere Aktion „1000 mal 1000“, bei der mehr als 1000 Firmen und Privatpersonen jeweils 1000 Euro für Projekte insbesondere gegen Kinderarmut gespendet haben.

Welche sozialen Themen aus Wolfsburg berühren Sie aktuell besonders?

Für mich ist unbegreiflich, dass es in Wolfsburg Menschen gibt, die unterhalb der Armutsgrenze leben müssen. Es sind alle aufgefordert, etwas dagegen zu tun. Alle Unternehmen sollten ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.

„Bei Kinderarmut geht es nicht nur um Essen“

Mit ihrem Kindernetzwerk United Kids Foundations setzt sich die Volksbank BraWo schon seit Jahren immer wieder für den Nachwuchs ein. Welche Projekte laufen aktuell?

Aktuell gibt es ein Schwimmprojekt unter Schirmherrschaft von Franziska van Almsick. Hierbei stellt der VfL Gruppen von Kindern zusammen, die gemeinsam schwimmen lernen. Das Projekt „Gemeinsam wachsen“ ist derzeit das größte. Mit den Mitteln aus „1000 mal 1000“ kann die Stadt Wolfsburg ihr Projekt an neun Stadtteilzentren umsetzen. Dort gibt es ein niedrigschwelliges Angebot an Erziehungsberatung für Eltern. Bei Kinderarmut geht es nicht nur um Essen, sondern gerade auch um die Themen Erziehung und Bildungschancen. Ein weiterer Punkt ist es, gerade jene Menschen, die wir sonst nicht erreichen, dazu zu bringen, sich für ein solches Angebot zu öffnen und sie somit in die Gesellschaft zu integrieren.

Können Sie sich eine Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement vorstellen?

Nein! Als Unternehmen kann ich zwar Mittel bereitstellen. Allerdings braucht es für Projekte und in Vereinen immer Menschen, die mit Herzblut dabei sind. Stellen wir uns einmal vor, hier müsste alles öffentlich finanziert werden – das wäre gar nicht möglich. Außerdem würde es ohne Ehrenamt an Nähe der Menschen untereinander fehlen.

Gefühl der persönlichen Erfüllung

Engagieren auch Sie sich ehrenamtlich?

Derzeit bin ich Präsidentin des Lions Club Wolfsburg New Generation. Ende 2016 habe ich mit Freunden den Verein Primavera mitgegründet. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, geflüchtete Menschen dabei zu unterstützen, in Deutschland Fuß zu fassen. Außerdem engagiere ich mich unter anderem in verschiedenen Netzwerken, im Beirat des VfL e.V. sowie im Beirat des Golfclubs Boldecker Land.

Was macht Ihnen besondere Freude an Ihrem Einsatz?

Das ist zum einen ein Gefühl der persönlichen Erfüllung. Hinzu kommt aber auch der Blick über den Tellerrand: Man lernt ständig neue Menschen kennen und erweitert seinen eigenen Horizont. Das macht mir besonders viel Freude.

Von Jörn Graue

Beachtlich: Die Wolfsburger Christdemokraten haben von den acht im Bezirk Nordostniedersachsen vertretenden Kreisverbänden mit 3,3 Prozent den höchsten Mitgliederzuwachs.

21.04.2018

Die Grausamkeit der Menschen schockiert das Ehepaar Heyn im Ostpreußenweg. Unbekannte traten oder schlugen offenbar brutal auf ihre Katze Foxi ein. Das Tier überlebte nur knapp.

21.04.2018

Der Marktplatz am Rabenberg hat Besuch: 27 Studierende wollen ihn mit der Aktion „Nimm Platz!“ attraktiver gestalten.

23.04.2018