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China – 210 Tage hinter Gittern

Buch von Ex-VW-Mitarbeiter China – 210 Tage hinter Gittern

Nach China war er zum Arbeiten gegangen, wegen eines dummen Fehlers saß er dort sieben Monate im Gefängnis – über die schlimme Zeit hat der frühere VW-Mitarbeiter Hamza Özyol jetzt ein Buch geschrieben.

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Saß sieben Monate in China im Knast: Ex-VW-Mitarbeiter Hamza Özyol.
 

Quelle: privat

Wolfsburg.  Sieben Monate saß er in einem chinesischen Gefängnis – die meiste Zeit ohne Urteil und unter menschenunwürdigen Bedingungen, sagt Hamza Özyol. Jetzt hat der frühere VW-Mitarbeiter ein Buch über seine schlimmen Erfahrungen geschrieben: „China – 210 Tage hinter Gittern“.

Im Jahr 2014 war der heute 37-Jährige nach China gegangen, heuerte in Shenzen nahe Hongkong als Tunnelbauer an – „ohne wirklich zu wissen, was mich erwartet.“ Die Zeit in einem diktatorischen Land und 15 Stunden täglicher Arbeitsstress hinterließen schnell Spuren. In der Nacht zum 24. August 2014 griff er entgegen aller Gewohnheit zur Flasche, mit fatalen Folgen: „Ich habe mit besoffenem Kopf eine Riesen-Dummheit begangen.“ In einer Disko steckte er drei Handys ein, die eine halbe Stunde lang unbeaufsichtigt auf einem Tisch lagen: „Ich dachte, die hat jemand vergessen. Warum ich sie genommen habe, weiß ich selbst nicht.“ Stehlen habe er jedenfalls nicht gewollt – nach einer Stunde ließ er sich mit schlechtem Gewissen zur Disco zurück fahren, um die Handys zurück zu geben: „Aber da sprangen schon zehn chinesische Polizisten auf mich zu und nahmen mich fest.“

Was folgte, war ein Wochenende in Handschellen und voller Verhöre, am Montag ging’s in Gefängnis. Sieben Monate saß der 37-Jährige hinter Gittern, das schlimmste aus seiner Sicht: Qualvolle Enge mit 40 Männern auf 50 Quadratmetern, Schlafen auf dem Fußboden, Wasser aus einer nackten Leitung, zu Essen gab`s Reis mit etwas Gemüse und trockene Brötchen. „Absolut menschenunwürdig“, sagt Özyol. Erst nach sieben Monaten und einem Schuldspruch wegen Diebstahl wurde der Deutsche mit türkischen Wurzeln entlassen, durfte zurück in die Heimat.

Geschrieben habe er das Buch, um seine traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und andere zu warnen, sagt Özyol. Und wie sieht er seinen Zukunft? „Ich möchte irgendwann zurück zu VW, am liebsten nach Wolfsburg“.

„China – 210 Tage hinter Gittern“ ist erschienen im Verlag „Books on Demand“ (BoD), ISBN 978-3744836548.

Von Ulrich Franke

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