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Bestätigt: Podehl soll Kripo-Chefin nachgestellt haben

Wolfsburg Bestätigt: Podehl soll Kripo-Chefin nachgestellt haben

Hannover/Wolfsburg. Erstmals wurde am Donnerstag offiziell bestätigt, dass es bei den Vorwürfen gegen den zurzeit versetzten Wolfsburger Polizeichef Hans-Ulrich Podehl tatsächlich darum geht, dass er Kripochefin Imke Krysta nachgestellt haben soll.

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Unter Druck: Gegen Polizeipräsident Michael Pientka werden im Zusammenhang mit der Affäre um Wolfsburgs Polizeichef Hans-Ulrich Podehl (kl. Bild) Rücktrittsforderungen laut.

Quelle: Kevin Nobs

Das sagte am Donnerstag Staatssekretär Stephan Manke nach einer Sitzung des Niedersächsischen Innenausschusses im Landtag in Hannover. Nach Mankes Stellungnahme geriet auch Podehls Vorgesetzter, der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka, weiter unter Druck.

Wie Manke am Donnerstag nach der Sitzung des Innenausschusses sagte, habe Pientka bereits von den Vorwürfen gegen den 60-jährigen Podehl gewusst, als er diesem offenbar für eine mögliche Beförderung eine Beurteilung schrieb.

Hintergrund: Podehl hatte sich als amtierender Polizeidirektor nach einer Ausschreibung für den aufgewerteten Dienstposten des Leitenden Polizeidirektors beworben. Dafür habe ihm Pientka trotz des Wissens um die Vorwürfe eine durchweg positive Beurteilung seiner Arbeit ausgestellt, berichtet das Politikjournal „Rundblick“.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Podehl wegen des Vorwurfs der Nachstellung, sagte Manke weiter. Die Vorwürfe erhebt die auf eigenen Wunsch versetzte Wolfsburger Kripochefin Imke Krysta (WAZ berichtete). Es ist die erste offizielle Bestätigung dieses Sachverhalts.

Manke sagte, es habe eine Fehleinschätzung des Polizeipräsidenten gegeben. Er hätte schon am 8. Juni - damals erfuhr er von den Vorwürfen gegen Podehl - ein Disziplinarverfahren einleiten und den Inspektionsleiter umsetzen müssen. Die Kripo-Chefin hätte Pientka in ihrem Amt belassen müssen, statt sie auf eigenen Wunsch zu versetzen.

Pientka selber hatte vor einer Woche auf einer Pressekonferenz eigene Fehler eingeräumt, nachdem er zuvor zu einer Anhörung zum Staatssekretär sowie zu einem Gespräch mit Innenminister Boris Pistorius (SPD) zitiert worden war. Auch er sagte, er hätte gleich im Juni beim Bekanntwerden eines möglichen Fehlverhalten Podehls gegenüber der Kripo-Chefin ein Disziplinarverfahren einleiten sowie Podehl vorübergehend von seiner Aufgabe freistellen müssen. Er hatte sich bei Krysta entschuldigt.

Die Opposition forderte am Rande der Ausschusssitzung die Absetzung des Polizeipräsidenten. „Für uns ist klar, dass Herr Pientka die Lage in seiner Behörde nicht im Griff hat und abgelöst gehört“, sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jan-Christoph Oetjen. „Dass hinter der Personalie Pientka inzwischen ein großes Fragezeichen steht, ist ohne Zweifel“, sagte die CDU-Innenexpertin Angelika Jahns. Der unglückliche Auftritt Pientkas habe die Affäre für die Betroffenen unnötig verschlimmert. Das Krisenmanagement von Minister und Polizeipräsidenten seien „eine Katastrophe“.

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Podehl dürften in einigen Wochen abgeschlossen sein, teilte das Innenministerium mit. So lange wurden die Disziplinarverfahren gegen Podehl und Pienka ausgesetzt.

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