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Behörde fragt nach Wohlbefinden des toten Bruders

Wolfsburg Behörde fragt nach Wohlbefinden des toten Bruders

Wolfgang Gehlhoff war sprachlos. In einem amtlichen Schreiben kondolierte ihm das Amtsgericht zum kürzlichen Tod seines Bruders - gefolgt von einem vierseitigen Fragebogen, in dem nach dem werten Befinden des Toten gefragt wurde. „Das empfinde ich als pietätlos“, sagt der 78-Jährige.

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Peinlicher Behörden-Brief: Wolfgang Gehlhoff sollte Auskunft über den Gesundheitszustand seines toten Bruders geben.

Quelle: Manfred Hensel

Seit dem Jahr 2001 war Wolfgang Gehlhoff als Betreuer für seinen Bruder Rüdiger eingesetzt, am 11. August verstarb dieser. Wolfgang Gehlhoff schickte die Sterbeurkunde zusammen mit seinem Betreuerausweis ans Amtsgericht. Mitte Dezember erhielt er von dort Post. Im Anschreiben spricht ihm eine Sachbearbeiterin ihre Anteilnahme zum Tod des Bruders aus und kündigt an, dass nun noch Erb-Fragen zu klären seien. „Alles so weit in Ordnung“, sagt der 78-Jährige.

Was am Anschreiben hing, war allerdings - neben dem Formblatt zur Vermögensübersicht - der vierseitige standardisierte Fragebogen, den Gehlhoff schon aus den Vorjahren kannte. Dass nun, Monate nach dem Tod des Bruders, aber nach dessen Befinden gefragt wurde (Befindet er sich in einer geschlossenen Abteilung? Wie ist der derzeitige Gesundheitszustand?) machte den Rentner mehr als betroffen: „Die sollten sich schämen.“

Amtsgerichtsdirektor Henning Lüdtke kann sich für den Fauxpas nur entschuldigen: „Es ist verständlich, dass dies als überaus unpassend empfunden wurde.“ Zwar sei die Beantwortung einiger der Fragen immer noch erforderlich gewesen. Er habe die Kollegen allerdings gebeten, künftig nach Sterbefällen einen „angepassten Vordruck“ zu verwenden.

fra

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