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Stadt Wolfsburg Behinderter durfte mit Rollstuhl nicht in die Arztpraxis
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Behinderter durfte mit Rollstuhl nicht in die Arztpraxis
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23:55 30.07.2014
Stinksauer: Thomas Schlarb durfte mit seinem Elektro-Rollstuhl nicht in eine Arztpraxis. Quelle: Photowerk (bs)
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„Ich habe in dem Moment bestimmt geguckt wie ein nasser Hund“, sagt Thomas Schlarb. Tatsächlich verschlug es dem 49-Jährigen fast die Sprache, als er in einer Arztpraxis in der Innenstadt vom Doktor selbst gestoppt wurde mit den Worten: „Sie machen die Fliesen kaputt, und ich muss es dann bezahlen.“ Für dem MS-Patienten steht fest: „Mit dem Arzt bin ich durch.“

Der Mediziner schilderte den Fall gegenüber der WAZ zwar etwas anders, behauptet: „Ich wollte erst einmal wissen, wie schwer der Rollstuhl ist. Wir haben hier schon kaputte Fliesen, und das kommt genau da her.“ Wie auch immer: Aus Sicht des Behindertenbeirats ist das Verhalten des Arztes durch nichts zu rechtfertigen. „Das ist schlicht eine Frechheit“, sagt Vorsitzende Christine Preschel. „Ich frage mich, wie der Arzt das mit seinem Eid vereinbaren will.“

Gut möglich, dass sich auch die Ärztekammer in Braunschweig für den Fall interessiert. „So etwas ist mir noch nie untergekommen“, sagt Geschäftsführer Volker Siedentopf. Sollte der Patient eine Beschwerde an ihn schicken, „werden wir den Arzt zu einer Stellungnahme auffordern und überprüfen, ob das berufsrechtlich so in Ordnung ist“.

fra

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