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Bankraub von Ehmen: Vier Jahre Gefängnis

Wolfsburg Bankraub von Ehmen: Vier Jahre Gefängnis

Der Bankräuber von Ehmen muss vier Jahre und einen Monat in Haft. Das Landgericht verurteilte den 52-jährigen Wolfsburger wegen schwerer räuberischer Erpressung, nachdem er am 1. Dezember in der Sparkassen-Filiale in der Mörser Straße mit einer Bombe gedroht und 10.800 Euro erbeutet hatte.

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Vier Jahre Haft nach dem Bankraub: Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Michael Tornow (r.).

Quelle: Franke

Der Bankraub war dilettantisch verlaufen. Ohne Maskierung war der Mann in die Sparkassen-Filiale in seinem Wohnort marschiert, gestochen scharfe Bilder aus der Überwachungskamera machten die Fahndung leicht.

Vor Gericht legte der 52-Jährige ein Geständnis ab: „Es tut mir leid, was soll ich sagen?“ Die Tat erklärte er mit Verzweiflung. Nach einem Unfall 2004 habe er seinen Beruf als Busfahrer verloren, die Ehe ging kaputt: „Ich habe angefangen zu saufen, nahm Drogen.“ Geld war keins mehr da, dafür wuchsen die Spielschulden. Als er sich zum Überfall entschloss, sei ihm im Grunde alles egal gewesen. Die drei Tage vor dem Überfall habe er sich mit Selbstmordgedanken in der eigenen Wohnung eingesperrt, die Tat selbst habe er ohne große Überlegung begangen: „Mein Gedanke war: Jemand erschießt mich vielleicht“ - dann wäre er alle Sorgen los gewesen.

Vier Monate verhängte die Strafkammer für den Banküberfall, einen weiteren Monat wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis - dieser Vorfall war mit verhandelt worden. „Zudem wurde wegen der Suchtproblematik des Angeklagten die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet“, so Landgerichts-Sprecherin Maike Block-Cavallaro.

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Bücher als Bombe: Volksbank erst Ziel

Die Verhandlung vor dem Landgericht förderte gestern kuriose Details des Bankraubs von Ehmen ans Licht.

Seine Bomben-Attrappe bastelte der Täter aus einem Schuhkarton, in den er mit Klebeband umwickelte Bücher legte sowie einen Fahrradblinker, „damit irgend etwas blinkt“. Am Tattag hatte er zunächst die Volksbank-Filiale in Ehmen im Visier: „Aber als ich durchs Fenster schaute, waren da ganz viele Kunden. Darum ging ich 50 Meter weiter zur Sparkasse.“

Der Bankkaufmann (20), von dem der Räuber ursprünglich die Auszahlung von 20.000 Euro verlangte, war nach eigenen Worten zunächst völlig ahnungslos: „Ich habe erwartet, dass der jetzt seine Geldkarte heraus holt.“ Als der Räuber mit der Bombe drohte, erklärte ihm der Filialleiter, dass so große Summen mit einem Zeitschloss gesichert sind – die fünf Minuten liefen auf einer Uhr ab.

Derweil lösten mehrere Mitarbeiter den Alarm aus. Auch eine Kundin erfasste die Situation und rief von draußen den Notruf. Irgendwann verlor der Räuber die Nerven, flüchtete mit nur knapp 11.000 Euro überstürzt zu Fuß – der Rest des Geldes blieb im Auszahlungsschacht liegen. Obwohl ihm draußen Streifenbeamte dicht auf den Fersen waren, gelang dem Mann die Flucht durchs Wohngebiet – dann nahm er den Bus und war weg.

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