Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Babyleiche im Container: Die Nachbarn sind entsetzt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Babyleiche im Container: Die Nachbarn sind entsetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 16.09.2016
Schwerer Gang: Ein Polizist holt mit einem kleinen Sarg die Babyleiche ab. Quelle: Roland Hermstein
Anzeige

Die Szenerie hat etwas Unwirkliches. Polizeiwagen, Bullis der Spurensicherung, ein Notarztwagen - dahinter aber ganz viele Planen und Decken, mit denen die Feuerwehr den kleinen Platz vor dem früheren Kindergarten in der Wendhausener Hauptstraße abgehängt hat. Nachbarn schauen hinter der Gardine aus dem Fenster, Autofahrer recken den Kopf zur Seite, als sie langsam am Schauplatz vorbei fahren. Niemand von ihnen kennt in diesem Moment die grausame Realität: Im Altkleidercontainer hinter den Planen liegt eine Babyleiche.

Einsatzleiter Dennis Bahnemann von der Feuerwehr Wendhausen war als einer der ersten vor Ort: „Ich wohne gleich nebenan, sah bereits Blaulicht, dann ging der Pieper.“ Aufgabe für ihn und seine neun Kameraden: den Schauplatz verhüllen, damit die Spurensicherung ihre Arbeit machen kann. „Wir halten die Gaffer fern“, sagt der Einsatzleiter deutlich. Froh ist er, dass der Altkleider-Lkw den Blick auf den Container ohnehin fast versperrt hatte: „So blieb uns der Anblick einer Babyleiche erspart.“ Einer Leiche, die in dem Moment immer noch dort liegt.

Mütter mit Kindern spazieren am Schauplatz vorbei, Nachbarn werfen von der anderen Straßenseite aus einen Blick auf das Geschehen. Keiner ahnt bisher, was hier geschehen ist. Als die Polizei wenig später die ersten Anwohner befragt, macht sich Entsetzen breit. Schnell werden die Haustüren wieder geschlossen, zu tief sitzt der Schock.

Auch bei den Flüchtlingen, die die Gemeinde jetzt im Ex-Kindergarten untergebracht hat. „Was für ein Schock, ich zittere immer noch“, sagt Ilhame Bououd - die Deutsche wohnt ein paar Straßen weiter, dolmetscht für Freunde, die als Asylbewerber im Haus wohnen. Das Ehepaar Nawan und Fatima Al-Kawak aus Syrien hat gerade erst von der Tragödie erfahren. Und beiden fällt ein, dass sie sich zuvor bereits über unangenehmen Geruch vor dem Haus gewundert hatten. „Aber wir dachten, das kommt aus den Mülltonnen“, lassen sie übersetzen - die stehen wenige Meter neben dem Altkleidercontainer.

Kurz vor 12.30 Uhr fährt ein Leichenwagen vor, ein Polizist trägt das tote Baby in einem winzigen Sarg in den Wagen. Dann setzt sich die schwarze Limousine in Bewegung, begleitet von einem Polizeifahrzeug. Ziel ist die Rechtsmedizin in Hannover, wo die Leiche obduziert wird. Zurück in Wendhausen bleiben der Schock und das Entsetzen.

fra

Wolfsburg. Puuuh, heiß! Auf knapp 32 Grad kletterte das Thermometer in Wolfsburg am Dienstag, Tendenz steigend. Wer konnte, suchte Schatten. Die WAZ war unterwegs: für diese Hochsommer-Reportage im Spätsommer.

13.09.2016

Wolfsburg. Kreativer Einsatz für zusätzliche Ausbildungsplätze in der Region: Die Künstlergruppe 10 KW signierte am Dienstag Kalender für 2016. Der Erlös aus dem Verkauf geht an den Regionalverbund für Ausbildung (RVA).

16.09.2016

Wolfsburg. Glanzvolle Eröffnung der Senioren-Kulturtage im Wolfsburger Schloss: Das Braunschweiger Vocalensemble „Con Brio“ nahm die 80 Zuhörer am Montagabend mit auf eine musikalische Reise in die Welt der Operette, Walzer und Liebeslieder.

13.09.2016
Anzeige