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Babyleiche im Container: Die Nachbarn sind entsetzt

Wolfsburg / Lehre-Wendhausen Babyleiche im Container: Die Nachbarn sind entsetzt

Wendhausen. Nach dem Fund einer Babyleiche in einem Altkleider-Container in Wendhausen (Kreis Helmstedt) ist das Entsetzen im Ort groß. Die WAZ sprach mit Zeugen und Einsatzkräften am Ort des Geschehens.

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Schwerer Gang: Ein Polizist holt mit einem kleinen Sarg die Babyleiche ab.

Quelle: Roland Hermstein

Die Szenerie hat etwas Unwirkliches. Polizeiwagen, Bullis der Spurensicherung, ein Notarztwagen - dahinter aber ganz viele Planen und Decken, mit denen die Feuerwehr den kleinen Platz vor dem früheren Kindergarten in der Wendhausener Hauptstraße abgehängt hat. Nachbarn schauen hinter der Gardine aus dem Fenster, Autofahrer recken den Kopf zur Seite, als sie langsam am Schauplatz vorbei fahren. Niemand von ihnen kennt in diesem Moment die grausame Realität: Im Altkleidercontainer hinter den Planen liegt eine Babyleiche.

Einsatzleiter Dennis Bahnemann von der Feuerwehr Wendhausen war als einer der ersten vor Ort: „Ich wohne gleich nebenan, sah bereits Blaulicht, dann ging der Pieper.“ Aufgabe für ihn und seine neun Kameraden: den Schauplatz verhüllen, damit die Spurensicherung ihre Arbeit machen kann. „Wir halten die Gaffer fern“, sagt der Einsatzleiter deutlich. Froh ist er, dass der Altkleider-Lkw den Blick auf den Container ohnehin fast versperrt hatte: „So blieb uns der Anblick einer Babyleiche erspart.“ Einer Leiche, die in dem Moment immer noch dort liegt.

Mütter mit Kindern spazieren am Schauplatz vorbei, Nachbarn werfen von der anderen Straßenseite aus einen Blick auf das Geschehen. Keiner ahnt bisher, was hier geschehen ist. Als die Polizei wenig später die ersten Anwohner befragt, macht sich Entsetzen breit. Schnell werden die Haustüren wieder geschlossen, zu tief sitzt der Schock.

Auch bei den Flüchtlingen, die die Gemeinde jetzt im Ex-Kindergarten untergebracht hat. „Was für ein Schock, ich zittere immer noch“, sagt Ilhame Bououd - die Deutsche wohnt ein paar Straßen weiter, dolmetscht für Freunde, die als Asylbewerber im Haus wohnen. Das Ehepaar Nawan und Fatima Al-Kawak aus Syrien hat gerade erst von der Tragödie erfahren. Und beiden fällt ein, dass sie sich zuvor bereits über unangenehmen Geruch vor dem Haus gewundert hatten. „Aber wir dachten, das kommt aus den Mülltonnen“, lassen sie übersetzen - die stehen wenige Meter neben dem Altkleidercontainer.

Kurz vor 12.30 Uhr fährt ein Leichenwagen vor, ein Polizist trägt das tote Baby in einem winzigen Sarg in den Wagen. Dann setzt sich die schwarze Limousine in Bewegung, begleitet von einem Polizeifahrzeug. Ziel ist die Rechtsmedizin in Hannover, wo die Leiche obduziert wird. Zurück in Wendhausen bleiben der Schock und das Entsetzen.

fra

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