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Stadt Wolfsburg „Ausnahmezustand“ mit Schröder im Hallenbad
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Ausnahmezustand“ mit Schröder im Hallenbad
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17:46 22.09.2018
Kabarett im Hallenbad: Florian Schröder nimmt im Programm „Ausnahmezustand“ die Rechte und die Linke aufs Korn. Quelle: Sebastian Bisch
Wolfsburg

Kabarettist Florian Schröder rief am Freitagabend den „Ausnahmezustand“ im Nichtschwimmerbecken des Hallenbad-Kulturzentrums aus. Es ging um gut und böse, links und rechts - und um den Rassisten in uns allen.

Wolfsburg ist orientierungslos

Wer ins Kabarett geht, ist links – und wer Kabarett macht, erst recht, so die Ausgangsthese. Das widerlegte aber schon der eingeforderte Applaus der Zuschauer auf die Frage, welche Richtung sie persönlich einschlagen. Die meisten klatschten bei „orientierungslos“. Auch für rechts gab es Applaus von einigen, was Schröder erstaunte: „Das muss an den Abgasen in Wolfsburg liegen“, beschloss er.

Politisch korrekt war gestern

Dabei stellte er eigentlich auch selbst im Programm fest: „Die Zeiten sind rechts.“ Und der Kabarettist persönlich? Er sei natürlich gut, also links, so Schröder – teilte dann aber nach allen Seiten aus. Trump und Putin, Merkel und Seehofer, Gauland und die rote Flora in Hamburg, Senioren, Schwaben, Sachsen, Spanier oder auch Helene Fischer waren vor seinem Spott nicht sicher. Bioladen-Kunden im SUV und Veganer bekamen auch ihr Fett weg. Von politischer Korrektheit hielt er beim Lästern wenig. „Böse!“, meinten bei Scherzen kurz vor der Schmerzgrenze zwar einige im Publikum, lachten aber trotzdem darüber, dass beim ethisch gesteuerten autonomen Fahren vermutlich „nicht weniger, aber die richtigen“ Menschen nach Unfällen sterben oder weil die Chemnitzer Demonstranten laut Schröder zwar gern Bücher verbrannt hätten, aber gar keine haben.

Wenn die Welt zum Heulen ist...

Warum man lachen muss, obwohl vieles zum Heulen ist, wollte folgerichtig später einer vom Kabarettisten wissen. „Genau dafür bin ich ja hier“, meinte der. Nur zu selten, fand Zuschauer Ronald Böhm: „Schade, dass so gute Leute nicht öfter nach Wolfsburg kommen.“

Von Andrea Müller-Kudelka

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