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Auftakt der AntiFa-Woche

IG Metall lud zur Kranzniederlegung und Feierstunde Auftakt der AntiFa-Woche

Mit Kranzniederlegungen am Ehrenmal und Chorgesang (Gruppe „Gegenwind“) auf dem Sara-Frenkel-Platz haben IG Metall, Politik, Verwaltung sowie Vereine und Verbände am Samstag der Menschen gedacht, die in Wolfsburg beim Aufbau von Stadt und Werk Zwangsarbeit und Frondienste leisten mussten.

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Ein Sarg und Schlauchboot-Elemente: Die Installation erinnerte an das Flüchtlingssterben vor Lampedusa.

Quelle: Burkhard Heuer

Wolfsburg. „20.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge“, so Stadträtin Iris Bothe, „haben in diesen Jahren Not und Tod erlitten.“

Eine von ihnen war Sara Frenkel, die heute, 93-jährig, in Belgien lebt. Sie kümmerte sich vor allem um Kinder, die unter unsäglich schlechten Bedingungen in Lagern der damaligen KdF-Stadt leben mussten. Frenkel ließ über Olde Dibbern (SPD) Grüße ausrichten. Sie ließ wissen, dass sie in Gedanken mit ihnen in Wolfsburg sei. Dibbern zitierte ferner Schriftstellerin Christa Wolf aus ihrem Roman „Medea“: „Diese Stadt ist auf Unrecht gebaut“.

IG-Metall-Chef Hartwig Erb bezeichnete den 9. November als schicksalsträchtiges Datum für Deutschland: Ausrufung der ersten Republik, der gescheiterte Hitler-Putschversuch, Reichspogromnacht und Mauerfall: Immer stand der 9. auf dem Kalender.

In einer anschließenden Feierstunde im Gewerkschaftshaus wurde offiziell die 12. AntiFa-Woche der IG Metall eröffnet. Bothe als Vertreterin der Stadt und Erb schlugen nun andere Töne an. Ihre Sorge gilt der aktuellen politischen Entwicklung. „Wir kämpfen entschlossen gegen Extremismus“, erklärte Bothe mit Blick auf die AfD. Unmissverständlich werde man für humanistische Werte eintreten. Hartwig Erb erachtete die Integration und Schulung von Flüchtlingen als riesige Chance für Deutschland, während Hauptreferent Harald Kolbe vor aufkeimender faschistischer Gesellschaft warnte. Eindrucksvoll eine Collage der Bielefelder Künstlerin Raphaela Kula mit Sarg und Fragmenten zerstörter Schlauchboote im Foyer des Gewerkschaftshauses. Die Installation erinnert an das Flüchtlingssterben vor Lampedusa.

bhe

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