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Auf dem Trampolin im Garten kann viel passieren

Chefarzt der Unfallchirurgie im Gespräch: Auf dem Trampolin im Garten kann viel passieren

Auf dem Trampolin kann der Spaß durch die Decke gehen – man kann sich richtig schön in die Luft katapultieren. Aber auch die Verletzungsgefahr ist nicht zu unterschätzen. Darüber sprach die WAZ mit dem Chefarzt der Wolfsburger Unfallchirurgie.

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Spaß auf dem Trampolin: Wer einige Regeln beachtet, kann schlimme Verletzungen verhindern.
 

Quelle: Martin Steiner

Wolfsburg.  Es ist ein tolles Spielgerät für den Garten: Viele Menschen stellen sich – oder besser gesagt: ihren Kindern – ein Trampolin aufs Grundstück. Die gut gemeinte Anschaffung kann aber schlimme Folgen haben. Dr. Wolfgang Klein, Chefarzt der Unfallchirurgie am Wolfsburger Klinikum, mahnt vor unsachgemäßem Gebrauch. Denn mögliche Verletzungen reichten von Verstauchungen über Knochenbrüche bis zu Wirbelsäulenverletzungen mit dauerhaften neurologischen Schäden.

Sicherheit auf dem Trampolin

Für die WAZ nennt Chefarzt Dr. Wolfgang Klein fünf wichtige Regeln für die sichere Nutzung von Trampolinen, die gerade Eltern für ihre Kinder beachten sollten.

1. Kinder nur unter Aufsicht auf dem Trampolin spielen lassen.

2. Das Trampolin regelmäßig auf seine Funktionstüchtigkeit untersuchen: Gibt es Rost? Sind alle Sprungfedern in Ordnung? Steht das Gerät stabil?

3. Waghalsige Manöver (zum Beispiel Salto) auf dem Trampolin vermeiden.

4. Niemals mehrere Personen gleichzeitig aufs Trampolin lassen.

5. Kinder unter sechs Jahren sollten grundsätzlich nicht auf dem Trampolin springen dürfen.

„Gefühlt ist die Zahl der Trampolin-Unfälle in den vergangenen Jahren gestiegen“, sagt Chefarzt Dr. Klein. Dabei gehe es in den seltensten Fällen um Unfälle im Sport-, sondern fast immer im Freizeitbereich. „Meistens sind Sprunggelenke oder Knöchel betroffen, oft sind es Knieverletzungen; möglich sind auch Kreuzbandrisse oder seltener Brüche“, sagt Dr. Klein. Seltener, dann aber meist schwerwiegender betroffen sei auch der Kopf- und Halsbereich: „Das betrifft insbesondere Verletzungen der Halswirbelsäule und des Brustkorbs.“

Frau auf dem Trampolin

Frau auf dem Trampolin: Man sollte schon einige Regeln beachten.

Quelle: Frank Oheim

In den USA seien Trampolinverletzungen schon seit Jahren Thema vieler Studien, weiß der Chefarzt. Demnach entfielen – je nach Studie – allein 34 bis 50 Prozent aller Verletzungen auf die Beine. In 0,5 Prozent aller Fälle gebe es sogar bleibende neurologische Schäden durch Verletzungen im Kopf/-Halsbereich. Dabei sei das Schadensbild grundlegend unterschiedlich, je nachdem, ob sich ein Kind (um Erwachsene geht es fast nie) auf dem Trampolin selbst oder neben dem Gerät verletze. Dr. Klein: „Die Landung neben dem Trampolin wirkt durch die Katapultwirkung nach oben wie ein Sturz aus großer Höhe.“

Ausschließen könne man Verletzungen im Sport nie. Es gebe aber eine Reihe von einfachen Regeln, deren Beachtung den Gebrauch eines Trampolins im eigenen Garten sicherer machten (siehe WAZ-Info). Ganz vorn steht der Hinweis, Kinder niemals ohne Aufsicht auf dem Sportgerät toben zu lassen. Auch das Fangnetz, das viele Trampoline haben, sei kein Allheilmittel. Außerdem sollte niemals mehr als ein Kind gleichzeitig springen. Dr. Klein: „Das ist gefährlich und darf nicht passieren!“

Von Kevin Nobs

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