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Auch auf alte Drahtesel haben es die Täter abgesehen

Fahrraddiebstähle in Wolfsburg Auch auf alte Drahtesel haben es die Täter abgesehen

Wer glaubt, dass es Fahrraddiebe nur auf die teuersten Modelle abgesehen haben, der irrt. Vor diesem Trugschluss warnt die Polizei und mahnt, jedes Zweirad vernünftig zu sichern.

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Hier wird ein Schloss geknackt: Diebstahl ist in Wolfsburg ein Problem. Dabei kommen längst nicht nur die teuren Zweiräder weg.
 

Quelle: dpa

Wolfsburg.  Es ist kalt, es ist nass – nur Hartgesottene steigen zurzeit noch aufs Fahrrad. Damit endet die Saison nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Fahrraddiebe. Für das laufende Jahr liegen noch keine Zahlen vor, aber auch die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt: Fahrraddiebstahl hat in der Autostadt Wolfsburg Konjunktur. Im Jahr 2016 verzeichnete die Polizeistatistik genau 624 gestohlene Räder (2015: 479; 2014: 502).

Dabei werden keineswegs nur teure Fahrräder gestohlen. Auch einfache und ältere Modelle werden entwendet und landen danach oft im Ausland. „Vor allem in den Ländern zwischen Balkan und Bulgarien“, sagt Horst-Peter Ewert, Sicherheitsberater der Polizei Wolfsburg. „Dort werden die Räder für 50 Euro oder weniger verkauft, die Leute haben in diesen Staaten oft nicht das Geld für ein Auto, wollen aber mobil sein.“ Vor diesem Hintergrund warnt Polizeisprecher Sven-Marco Claus dringend davor, alte Modelle nicht abzuschließen: „Wer denkt, die alten Dinger werden sowieso nicht gestohlen, der irrt.“

Aber auch teure Exemplare sind bei Dieben gefragt. Seit immer mehr VW-Mitarbeiter mit dem Rad zur Arbeit fahren, schlagen professionelle Täter gern auf den Parkplätzen des Werks zu. Auch spezielle Sicherungen helfen nicht immer. So fasste die Wolfsburger Polizei einen Mann aus Osteuropa, der Dutzende hochwertiger Räder von VW-Parkplätzen gestohlen hatte – mit Hilfe von raffinierten Spezialwerkzeugen, die der Mann selbst angefertigt hatte. In diesem spektakulären Fall handelte es sich im Übrigen um einen Wiederholungstäter, er war in Wolfsburg schon einmal gefasst und verurteilt worden – was offenbar nicht viel half.

Allerdings konzentrieren sich die Fahrraddiebe keineswegs auf bestimmte Orte wie die VW-Parkplätze, den Bahnhof oder die Freibäder. „Gestohlen werden Räder überall in Wolfsburg“, sagt Horst-Peter Ewert. Was auch daran liegt, dass es sich bei den Tätern bisweilen um Nachtbummler handelt, die mit dem spontan gestohlenen Rad einfach nur nach Hause fahren möchten. Polizist Ewert: „Bei Volksfesten häufen sich solche Fälle manchmal.“

Von Carsten Baschin

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