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Stadt Wolfsburg Auch Behinderte können Auto fahren
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Auch Behinderte können Auto fahren
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00:23 09.04.2018
Spezialanfertigung: Rollstuhlfahrer Yannik Spyra bedient seinen Maxi Daddy per Joystick und Touchpad. Quelle: Boris Baschin
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Wolfsburg

Für viele Menschen bedeutet das Auto Freiheit und Lebensqualität. Das gilt für Menschen mit körperlicher Behinderung ganz besonders. Umso wichtiger, dass sich viele von ihnen ihren Wagen behindertengerecht umbauen lassen können.

Volkswagen bietet Umbauten an

„Volkswagen bietet für fast sämtliche Fahrzeuge viele Umbauten an“, sagt Benjamin Ziemer, Verkaufsberater im Autohaus Wolfsburg. „Dies geht über Bedienung der Pedale per Hand über Änderung der Positionen von Hebeln oder Pedalen. Es gibt elektronische Ansteuerungen der Fußpedale und vieles mehr.“ In der Autostadt gebe es einen speziell ausgebildeten Mitarbeiter, der die Funktionen des Fahrzeugs den Käufern ausführlich erkläre.

Handbedienung und Pedalabdeckung

Auf seiner Internetseite listet Volkswagen eine ganze Reihe von möglichen Umbauten auf: So gibt es Handbediengeräte für Rollstuhlfahrer – Gas geben, bremsen, Blinker oder Scheibenwischer bedienen, all dies ist einem Multifunktionsgriff neben dem Lenkrad möglich. Oder mit einem Drehknauf direkt am Lenkrad. Wichtig: Die Pedale im Fußraum (Automatik- oder Doppelkupplungsgetriebe) werden abgedeckt, damit sie nicht ungewollt bedient werden können.

Yannik Spyra ist Rollstuhlfahrer. Er liebt es, Auto zu fahren. Mit seinem Caddy-Umbau kein Umbau.

Oder: Über ein linksseitiges Gaspedal kann auch mit dem linken Fuß Gas gegeben werden. Auch möglich: Per Schalter zwischen linkem und rechtem Gaspedal wählen, falls das Auto von mehreren Fahrern genutzt wird. Für Menschen mit verkürzten Armen gibt es auch eine Wahlhebelverlängerung. Außerdem lieferbar: eine Zuziehhilfe für die Heckklappe.

Rollstuhl rastet unter dem Lenkrad ein

Der Nordsteimker Rollstuhlfahrer Yannik Spyra (27) hat es einfacher: Per Fernbedienung öffnet er die Heckklappe seines Caddy Maxi. Das Luftfahrwerk senkt das Heck ab, eine Rampe klappt automatisch aus – Spyra fährt mit seinem Rollstuhl von hinten bis zum Lenkrad. Sein Rollstuhl rastet in einer Verankerung ein, eine Kopfstütze fährt per Knopfdruck aus.

Lenken, bremsen, Gas geben, blinken, – „all das mache ich per Joystick“, erklärt der IT-Fachmann. Die Funktionen sind auf zwei Joysticks verteilt, gestartet wird der Dieselmotor über ein Touchpad.

Computer checkt sich vor jedem Start

Spyra hat seinen Caddy nicht von VW, sondern von einer Spezialfirma aus Süddeutschland umbauen lassen. Ganz wichtig: „Vor jedem Start führt der Computer eine Selbstdiagnose durch und checkt, ob alle Systeme funktionieren – erst danach kann ich den Motor starten“, erklärt Spyra. Hinzu kommen Totwinkelspiegel und Rückfahrkamera.

Umbau in fünf Minuten

„Für mich ist es wichtig, dass jeder den Wagen fahren kann“, sagt er. „Innerhalb von fünf Minuten lässt er sich so umbauen, dass ihn ein normaler Fahrer fahren kann.“ Etwa im Sommer, wenn Spyra mit Freunden eine Tour durch Europa unternehmen will.

Lob von der Verkehrswacht

Klaus Seiffert, Vorsitzender der Verkehrswacht Wolfsburg, sieht behindertengerecht umgebaute Autos und deren Fahrer sehr positiv: „Diese Verkehrsteilnehmer verhalten sich in der Regel ’unauffälliger’ als ’Nichtbehinderte’“. Und erhöhen damit die Sicherheit auf Wolfsburgs Straßen.

Bus-Test und Spezial-Rollstühle

Rollstuhlfahrer nutzen aber nicht nur das eigene Auto, sondern auch Busse – für die WAZ testete Detlef Huhnholt die Busse in Wolfsburg. In Isenbüttel gibt es einen Rollstuhlbauer, der Maßanfertigungen herstellt.

Von Carsten Bischof

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