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Asylheim: Wenn Mohrs kommt, wird aufgeräumt...

Wolfsburg Asylheim: Wenn Mohrs kommt, wird aufgeräumt...

Am Montag kommt Oberbürgermeister Klaus Mohrs ins Asylbewerberheim nach Fallersleben, um sich die dortigen Zustände anzusehen. Aber bekommt er wirklich gezeigt, was den Alltag prägt?

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Asylheim in Fallersleben: Im Schulungsraum wird Deutsch gelernt, die Zustände in der Einrichtung prangert Helferin Brigitte Schütte (2.v.li.) an.

Quelle: Photowerk (amü)

Brigitta Schütte zweifelt daran. Sie unterrichtet Deutsch im Heim - und erfuhr, dass vor dem Besuch des Oberbürgermeisters ein Großputz ansteht. „Auch alles, was auf den Fluren steht, wird weggeräumt - ich finde das nicht richtig“, sagt die ehrenamtliche Helferin, „Herr Mohrs sollte sehen, wie es hier wirklich aussieht.“

146 Personen leben in dem Heim in der Hafenstraße, nächste Woche kommen acht Frauen aus Eritrea hinzu. Schon jetzt wohnen zum Teil drei bis vier Personen in einem Zimmer. Familien mit schulpflichtigen Kindern kochen und schlafen auf engstem Raum. Mülleimer, Schuhe und Wäschetrockner stehen vor den Türen. Das ist nicht erlaubt. „Grund ist der Brandschutz, das sind Fluchtwege“, betont Heimleiterin Petra Schilling. Zu den Vorwürfen, die Zustände noch schnell zu schönen, meint sie: „Wenn man Besuch bekommt, räumt man eben auf.“ Wichtiger seien ihr andere Dinge: „Die Menschen brauchen eine Arbeitserlaubnis, eine Perspektive. Manche leben hier seit Jahren und bekommen alle drei Monate nur eine neue Duldung.“ So wie John Moven (33) und Christian Ukube (34) aus Zimbabwe. Moven hatte Mohrs persönlich eingeladen; er will eine Menge sagen und zeigen.

amü

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