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Arzt-Prozess: Gutachter spricht von Körperverletzung

Wolfsburg im Gericht Arzt-Prozess: Gutachter spricht von Körperverletzung

Vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts wurde gestern das Verfahren gegen einen Orthopäden (55) fortgesetzt. Er soll eine schwer kranke Patientin wissentlich falsch behandelt und ihr große Schmerzen zugefügt haben (WAZ berichtete). In der Verhandlung kamen weitere Details ans Licht.

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Die Patientin (58), eine Journalistin aus Ägypten, leidet an einem sogenannten Spinalen Kavernom am Rückenmark und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Bei dieser angeborenen Krankheit handelt es sich um eine Art Blutschwamm, der dafür sorgt, dass die Nervenbahnen abgedrückt werden. Die 58-Jährige ließ sich 2007 in der Praxis des Angeklagten in der Wolfsburger Innenstadt behandeln. Sie hatte die Hoffnung, eines Tages wieder gehen zu können.

Der Orthopäde wollte das Leiden seiner Patientin unter anderem mit einer Stammzell-Therapie heilen. Dafür entnahm er aus dem Beckenkamm der Frau Knochenmark und injizierte es nach einer Aufbereitung in den Rücken der Patientin. Gestern meldete sich der Mediziner erstmals selbst zu Wort. Er betonte, dass das Verfahren wissenschaftlich belegt sei. Von einer 100-prozentigen Erfolgschance habe er nie gesprochen: „Ich habe gesagt, dass es nur ein Anfang ist.“

Kritisch werteten zwei Gutachter das Vorgehen des Arztes. „Unter dem Strich komme ich zu der Erkenntnis, dass das, was da gemacht wurde, nicht wirken kann“, so ein Neurochirurgie-Professor aus Münster. Man müsse von Körperverletzung sprechen, so der Chirurg.

Der Verteidiger beantragte, zwei weitere Mediziner in den Zeugenstand zu berufen. Die Verhandlung wird heute fortgesetzt.

rpf

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