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Stadt Wolfsburg Anklage gegen Podehl wegen Verdacht der Bestechlichkeit
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Anklage gegen Podehl wegen Verdacht der Bestechlichkeit
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17:15 21.09.2017
Anklage erhoben: Wolfsburgs früherer Polizeichef Hans-Ulrich Podehl muss sich wegen Bestechlichkeit vor Gericht verantworten.  Quelle: Sebastian Bisch
Wolfsburg

Die Affäre um den früheren Wolfsburger Polizeichef Hans-Ulrich Podehl geht in die entscheidende Phase. Am Donnerstag teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit, sie habe Mitte August Anklage gegen den 61-Jährigen erhoben – überraschend allerdings „wegen des hinreichenden Tatverdachts der Bestechlichkeit“. Zuvor hatte die Anklagebehörde ein Jahr lang wegen des weniger gravierenden Verdachts der „Vorteilsannahme“ ermittelt.

Podehl soll im Herbst 2012 einer ihm dienstlich nicht unterstellten Beamtin eine Stelle bei der Polizeiinspektion Wolfsburg in Aussicht gestellt haben, sofern die Beamtin sich ihm gegenüber „auf privater Ebene erkenntlich zeigen würde“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Weitere Angaben werde man im Hinblick auf die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten nicht machen. Podehl ließ auf WAZ-Anfrage seinen Verteidiger Thorsten Grunow erklären: „Mein Mandant bestreitet weiterhin mit allem Nachdruck den gegen ihn ... erhobenen Vorwurf und wird nun zunächst die Entscheidung des Landgerichts Braunschweig über die Eröffnung oder Nichteröffnung des Hauptverfahrens abwarten.“

Polizeipräsident Michael Pientka, gegen den ebenso wie gegen Podehl ein Disziplinarverfahren ruht, zeigte sich von der Entwicklung gegenüber der WAZ „überrascht“. Er hoffe allerdings, dass die Angelegenheit nun „möglichst schnell zu Ende gebracht“ werde.

Worum genau es bei dem dem Verdacht der Bestechlichkeit zugrunde liegenden Vorgang genau geht, sagt die Staatsanwaltschaft nicht. Medien hatten bereits letztes Jahr spekuliert, Podehl habe der Beamtin ein schlüpfriges Angebot unterbreitet – bestätigt wurde dies nie.

Überraschend an der aktuellen Entwicklung ist die Anklageerhebung wegen Verdacht auf Bestechlichkeit – bei einer Verurteilung  sieht das Gesetz zwingend eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten  und fünf Jahren vor. Zuvor war lediglich wegen des weniger gravierenden Verdachts auf Vorteilsannahme ermittelt worden, Strafrahmen hier: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

++ Dieser Artikel wurde aktualisiert ++

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