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Anklage: Tod von Patienten verschuldet?

Wolfsburg Anklage: Tod von Patienten verschuldet?

Über drei Jahre ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt aus Wolfsburg, jetzt erhob sie Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge, schwerer Körperverletzung und Betrug. Der Urologe (61) soll dafür verantwortlich sein, dass ein Patient im Jahr 2008 nach einer vorsätzlich falschen Diagnose bei einem unnötigen Eingriff starb.

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Falsche Diagnose: Gegen einen Arzt aus Wolfsburg erhob die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge, schwerer Körperverletzung und Betrug.

Quelle: Archiv

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mediziner elf Privatpatienten in 323 Fällen „vorsätzlich falsche Diagnosen“ gestellt. Das führte zu unnötigen Behandlungen, für die der Arzt hohe Beträge kassierte. Es ging zumeist um die Zertrümmerung gar nicht vorhandener Nieren- und Gallensteine sowie um überflüssige Blasenspiegelungen. Der Mediziner war aufgefallen, weil er viel häufiger Nieren- und Gallensteine feststellte als andere Urologen. Außerdem wunderten sich Patienten über die Diagnosen, als sie eine gegenteilige Zweitmeinung eingeholt hatten.

In einem Fall kam es 2008 in der Praxis bei einer überflüssigen Operation unter Narkose zu einem Todesfall. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist der Arzt dafür verantwortlich, weil der Patient ohne falsche Diagnose gar nicht in die Behandlung eingewilligt hätte.

Mitangeklagt ist ein Anästhesist, der den Narkose-Verlauf nicht durchgehend überwacht habe. Die anderen überflüssigen Behandlungen werden von der Staatsanwaltschaft als schwere Körperverletzungen gewertet, die daraus folgenden Rechnungen als Betrug. Der Schaden liegt über 100.000 Euro.

Die Praxis des Arztes wurde 2011 durchsucht, der Mann saß kurz in Untersuchungshaft und erhielt Berufsverbot als selbstständiger Arzt. Der Prozess findet vor dem Landgericht Braunschweig statt, es gibt noch keinen Termin.

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