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André Lenz: Plötzlich sah ich das Blut auf meinem T-Shirt

WAZ-Interview André Lenz: Plötzlich sah ich das Blut auf meinem T-Shirt

Die Erleichterung war gestern groß: VfL-Torwart André Lenz, der am Sonntag in einer Disco niedergestochen worden war, konnte gestern aus dem Krankenhaus entlassen werden. Zuvor gab der Fußballstar der WAZ noch ein Interview, bei dem er sogar schon wieder scherzen konnte.

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Wurde gestern aus der Klinik entlassen: VfL-Torwart André Lenz erlebte dramatische Tage.

Quelle: Photowerk (he)

WAZ: Wie geht es Ihnen, werden Sie schon bald wieder Fußball spielen können?
Lenz: (lacht) Ich werde keine Bälle mehr fangen können, aber das konnte ich vorher auch schon nicht. Nein, Spaß beiseite. Mir geht es wieder gut. Ich habe kaum Schmerzen. Ich werde schon wieder laufen und Fahrrad fahren können. Nun ist es nur noch eine Frage der Wundheilung.

WAZ: Doch der Vorfall war ja dramatisch.
Lenz: Zum Glück ging der Stich nur ins Fleisch und Fettgewebe. Wenn die Fäden gezogen sind, wird das Ganze meine Karriere nicht beeinflussen. Es spricht nichts dagegen, dass ich nach dem Urlaub mit meiner Familie wieder mit dem VfL trainiere.

WAZ: Haben Sie sich psychisch auch schon wieder erholt?
Lenz: Erst so langsam wird mir alles bewusst, und dann begreift man, dass man auch gar nicht mehr leben könnte, wenn es schlimm ausgegangen wäre. Das hat mir die Augen geöffnet…

WAZ: Inwiefern?
Lenz: (wischt sich eine Träne weg) Es kann alles so schnell zu Ende sein. Als ich aus der Not-OP aufgewacht bin, habe ich gleich meine Frau gesehen, dann kamen die Mitspieler, die auch in der Tatnacht bis um 5 Uhr morgens im Klinikum waren, um zu erfahren, wie es mir geht. Jetzt sind meine Eltern hier; und Freunde auch. Ich habe in zwei Tagen 400 SMS bekommen. Alle waren betroffen. Ein großes Dankeschön geht auch ans Klinikpersonal, das mir toll geholfen hat.

WAZ: Wie kam es zu Ihren Verletzungen?
Lenz: Ich kann und will nicht ins letzte Detail gehen. Nur so viel: Vor der Gruppe, mit der ich feierte, kam es zum Aufruhr. Ich habe instinktiv gehandelt, wollte schlichten. So ist mein Naturell. Dann spürte ich plötzlich einen Druck auf den Rippen. Ich fasste mein T-Shirt an und bemerkte Blut. Als ich es hochzog, sah ich die Einstiche. Ich dachte erst, es sei nur eine Fleischwunde, aber es war doch schlimmer. Gegen gewisse Waffen hast du eben keine Chance, auch wenn du groß und stark bist…

WAZ: Werden Sie sich künftig anders verhalten?
Lenz: Nein, ich würde es immer wieder so machen. Ich kann solche Situationen nicht einfach geschehen lassen, ohne zu helfen.

WAZ: Erstatten Sie Anzeige?
Lenz: Das werde ich in den nächsten Tagen entscheiden. Aber wir reden hier nicht von einer Kleinigkeit, sondern von einem Tötungsversuch. Es darf nicht sein, dass so etwas passiert. Daher appelliere auch ich an alle Zeugen, sich bei der Polizei zu melden.

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