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Stadt Wolfsburg Amtsgericht Wolfsburg: Kussversuch war sexuelle Nötigung
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Amtsgericht Wolfsburg: Kussversuch war sexuelle Nötigung
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13:43 05.10.2017
Amtsgericht: Verurteilung wegen sexueller Nötigung.  Quelle: Boris Baschin
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Wolfsburg

 Zu sechs Monaten Haft auf Bewährung hat das Amtsgericht einen 25-Jährigen wegen sexueller Nötigung verurteilt. Der Mann hatte versucht, eine damals 16-jährige Arbeitskollegin zu streicheln und zu küssen, obwohl die junge Frau deutlich „Nein“ gesagt hatte. Das Jugendschöffengericht sah einen minder schweren Fall als erwiesen an, die Strafe sei „ein ganz deutlicher Warnschuss“, sagte die Staatsanwältin: „Das nächste Mal wandern Sie dafür ins Gefängnis.“

Der Angeklagte und sein Opfer waren seit einigen Monaten Kollegen in einem Schnellrestaurant, als sie am 24. Mai beide gleichzeitig Feierabend hatten. Er bot ihr an, sie im Auto mitzunehmen und bei ihrem Freund am Laagberg abzuliefern. Nach einigem Zögern stimmte die junge Frau zu. Als der 25-Jährige aber statt zu ihrem Freund zu sich selbst nach Hause fuhr, „da kam schon ein mulmiges Gefühl auf“. Warum sie der Aufforderung, mit in die Wohnung zu kommen, überhaupt nachkam, konnte die Zeugin gar nicht so recht sagen: „Ich weiß es nicht.“

Auf jeden Fall war’s eine dumme Idee. Oben legte ihr der Mann einen Arm um die Schulter, versuchte sie zu streicheln und zu küssen. Als sie sich sträubte und Nein sagte, fragte der Angeklagte die junge Frau, ob sie Angst habe. Nächste dumme Idee: „Ich habe Nein gesagt. Warum, weiß ich selbst nicht.“ Fast sah es so aus, als ob es auf eine Einstellung des Verfahrens hinauslaufen könnte. Bis die Vorsitzende Richterin in Erinnerung rief, dass eine ganz ähnlich gelagerte Anzeige zweier junger Frauen gegen den Mann bereits vor zwei Jahren eingestellt worden war – das kam nicht mehr in Frage.

Nach langem Leugnen ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger und einen Dolmetscher einräumen: Doch, die Aussage des Opfers stimme so. Zum Glück hat die 16-Jährige keine schweren Folgen erlitten, arbeitet immer noch mit dem Angeklagten im Schnellrestaurant. Strafe musste trotzdem sein: Sechs Monate auf Bewährung, 500 Euro ans Frauenhaus – und das Versprechen, dass bei einem erneuten Vorfall das Gefängnis droht.

Von Ulrich Franke

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