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Stadt Wolfsburg Guerilla-Kunst in Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Guerilla-Kunst in Wolfsburg
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17:03 16.04.2018
Hans-Joachim Wilde ist nicht amüsiert: Unbekannte düngten und beschnitten den Rasen neben der Golf-Skulptur so, dass der Titel „Rückruf-Denkmal" zu sehen ist – dazu gab’s noch ein Smiley-Zeichen. Quelle: Andrea Müller-Kudelka
Wolfsburg

 Lange war es ruhig um die Riesen-Golf-Skulptur, die Volkswagen der Stadt Wolfsburg zum 75. Geburtstag geschenkt hatte. Jetzt aber nutzen Unbekannte den Rasen am Rabenberg neben dem silbern glänzenden Wahrzeichen für eine grüne Botschaft. Ein neuer Titel für den Golf wächst dort, in Form von Gras: „Rückruf Denkmal“ ist zu lesen.

Fuchsteufelswild macht das den VW-Rentner Hans-Joachim Wilde. Diese Imageschädigung von Stadt und Volkswagen sei nicht hinnehmbar und müsse so schnell wie möglich verschwinden, fordert er. „Das war doch lange geplant“, meint Wilde, der früher in der FE arbeitete und vermutet, dass hier Öko-Aktivisten auf die Diesel-Rückruf-Aktion anspielen. Möglicherweise sogar mit Beteiligung von städtischen Mitarbeitern.

Das Gesicht des Protests: Ein Smiley vervollständigt die Kunst-Guerilla-Aktion am Rabenberg. Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Einige Meter neben dem Schriftzug wächst zusätzlich ein Smiley aus dem Rasen. Einer Frau, die beides bemerkt, als sie auf der gegenüberliegenden Seite Wasser aus der Quelle zapft, gefällt beides ausgesprochen gut. Sie zückt den Fotoapparat. „Das ist kreativer Protest“, finden die Wolfsburgerin und ihr Mann. „Ich finde das gar nicht lustig“, betont Wilde, der mit dem Ehepaar glatt in Streit gerät. Er spricht von „VW-Hassern“, die Gegenseite von berechtigter Kritik: Man ernte eben, was man sät.

Der Schriftzug: Die Stadt will wortwörtlich Gras über die Sache wachsen lassen. Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Extra eingesät sei der Schriftzug übrigens nicht, teilte Stadtsprecher Ralf Schmidt mit. Und auch nicht vom Grünflächenamt so eingemäht. Wildes Theorie, die Verwaltung sei involviert, weist er zurück und erklärt, „ein besonders findiger Mensch“ habe die Stelle entsprechend gedüngt. Zur besseren Lesbarkeit wurde das jetzt besonders grüne und dichte Gras kürzlich mit einer Schere noch in Form gebracht.

In der nächsten Woche werde gemäht, danach erfolge eine Düngung des umgebenden Rasens, schildert Stadtsprecher Ralf Schmidt. Mal sehen, wann dann Gras über die Sache gewachsen ist...

Von Andrea Müller-Kudelka

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