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Alle sind zum Fastenbrechen eingeladen

Wolfsburg Alle sind zum Fastenbrechen eingeladen

Wolfsburg. Seit dem 6. Juni feiern die Muslime den Fastenmonat Ramadan. Trotz des Verzichts feiern sie tatsächlich - und zwar die einzige Mahlzeit an jedem Abend. Am heutigen Samstag lädt der Tunesische Verein für Kultur und Jugend (TVKJ) Bürger ein, das selbst mitzuerleben: Ab 21 Uhr im Stadtteilbüro in Westhagen (Hallesche Straße 36).

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Beim Fastenbrechen gibt‘s tunesische Spezialitäten: Abdallah Zaibi, Vorsitzender des Tunesischen Vereins für Kultur und Jugend , lädt alle Wolfsburger nach Westhagen ein.

Quelle: Britta Schulze

Abdallah Zaibi, Vorsitzender des Vereins, möchte zur Begegnung der Kulturen beitragen und hofft, den Ruf der Tunesier wieder zu verbessern. „Der IS hat ihn kaputt gemacht“, meint Zaibi. Denn ein großer Teil der jungen Männer, die als Unterstützer der terroristischen Vereinigung nach Syrien ausgereist waren, hatte tunesische Wurzeln. Der Verein gründete sich 2015, um Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen und zu verhindern, dass sich weitere von salafistischen Häschern begeistern lassen. „Wir wollen in den Dialog treten“, sagt Abdallah Zaibi - mit Glaubensgenossen genauso wie mit Deutschen, die alle Muslime über einen Kamm scheren. Zum Verein gehören zurzeit 60 Mitglieder zwischen 15 und 65 Jahren.

Offen für Gäste sei an jedem Abend auch das Islamische Kulturzentrum im Hasselbachtal, betont dessen Geschäftsführer Mohamed Ibrahim. Etwa 2000 Muslime fühlen sich der Einrichtung verbunden. Rund 150 gehören zur Gemeinde der türkischen Eyüp Sultan Moschee (Ditib) in der Heinrich-Nordhoff-Straße. Carmen Tahar trat mit ihrer Heirat vor 20 Jahren zum Islam über: „Ohne Kaffee am Morgen geht es für mich nicht“, sagt sie und nennt das „fasten light“. Ihr Mann und ihre Kinder (13 und 17 Jahre alt) seien dagegen eisern. Bäckereifachverkäuferin Eslam Alchamarani zeigt auch durch ihr Kopftuch ihre religiöse Überzeugung. Der Verzicht aufs Essen falle ihr trotz des Gebäcks vor ihrer Nase nicht schwer, sagt sie. „Aber manchmal habe ich großen Durst.“

WAZ-Info:

Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime. In diesem Jahr hat er am 6. Juni begonnen und endet am 4. Juli. Von der Morgendämmerung (90 Minuten vor Sonnenaufgang) bis zum Sonnenuntergang dürfen gläubige Muslime in dieser Zeit nichts essen oder trinken, auch Sex ist tabu.

Nach religiösen Vorstellungen dient das der Besinnung, der Umkehr und des Neubeginns. Die Gläubigen stellen so ihre Hingabe an Gott unter Beweis; es ist eine alljährliche Probe für Geduld und Standhaftigkeit. Die einzige Mahlzeit am Abend gewinnt besonders an Bedeutung und wird oft im Familien- oder Freundeskreis eingenommen.

Viele gläubige Muslime schlafen in dieser Zeit auch wenig, um den Hunger und Durst stärker zu spüren und so stärker mit den Menschen zu fühlen, die in Armut leben.

Das tägliche, fünfmalige Gebet und das Lesen im Koran sollten intensiviert werden. Am ersten Tag nach Ramadan feiern die Muslime ein großes Fest (Id-ul-Fitr).

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