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Stadt Wolfsburg Karl Heinz Preuß kam als Flüchtlingskind nach Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Karl Heinz Preuß kam als Flüchtlingskind nach Wolfsburg
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00:24 07.06.2018
Karl Heinz Preuß: Seit 1946 zog er innerhalb Wolfsburgs mehrfach um. Seinem Kleingarten im Wellekamp bleibt er aber seit Jahren treu. Quelle: Boris Baschin
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Stadtmitte/Rabenberg

Aus Oberschlesien kam Karl Heinz Preuß 1946 nach Wolfsburg – als Flüchtlingskind mit Mutter und drei Brüdern. Zuerst ging’s nach Nordsteimke, aber im Laufe der Jahre zog er quasi von einem Stadtteil in den nächsten. Man könnte fast sagen, Karl Heinz Preuß hat in Wolfsburg überall schon einmal gewohnt. „Dabei bin ich eigentlich ein beständiger Mensch“, sagt er lächelnd.

In Nordsteimke kam die Familie „nach der Entlausung in Marienborn“, so Preuß, in einer Notunterkunft im Gemeindehaus unter. „Der Bürgermeister hat viel für uns Flüchtlinge getan“, erinnert sich Preuß. Andere waren weniger begeistert von den Einquartierungen. Aber: „Auf dem Dorf gab es etwas zu essen.“ Und als der Vater aus dem Krieg kam, eine eigene Wohnung auf dem Rathenauplan. „Damals waren alle zufrieden, weil alle nicht viel hatten“, sagt Preuß.

Erinnerung: Eine historische Postkarte aus Wolfsburg zeigt die Esso-Tankstelle. Karl Heinz Preuß gestaltete als Malergeselle den Anstrich des heute denkmalgeschützten Gebäudes. Quelle: WAZ-Archiv

1953 begann er eine Ausbildung zum Maler bei Firma Steinecke in Fallersleben und besuchte die Berufsschule, damals in einer Baracke in der Heinrich-Heine-Straße. „Den Abschluss habe ich im neuen Gebäude an der Kleiststraße gemacht“, sagt er. Eine seiner ersten Aufgaben war es, das Vordach der damaligen Esso-Tankstelle (heute E-Mobilitiy-Station) mit einem roten Streifen zu versehen.

Die Flüchtlingsunterkunft in Nordsteimke war für Karl Heinz Preuß nach 1945 die erste Station in Wolfsburg. Danach zog die Familie in die Innenstadt.

Seine Malerkünste halfen ihm auch, trotz der Wohnungsnot immer wieder eine Unterkunft zu finden – meist zur Untermiete. „Aber sobald die Renovierungen fertig waren, waren die Vermieter nicht mehr ganz so nett. Dann hab ich mir etwas Neues gesucht“, so der heute 80-Jährige. Tiergartenbreite, Kästorf, Innenstadt – es war wie ein Nomadenleben. Bis er mit seiner ersten Frau nach Detmerode zog. Dort lebten beide 20 Jahre, bis zu ihrem frühen Tod mit 42 Jahren. Preuß zog wieder um, in die Innenstadt: „Ich habe Glück gehabt und noch einmal jemanden gefunden. Wir sind seit 32 Jahren verheiratet.“

Als Maler arbeitete Karl Heinz Preuß übrigens nicht sehr lange: Wie viele wechselte er ins VW-Werk, regelte dort Fremdfirmenabrechnungen. Seit 1993 ist er im Ruhestand: „Da habe ich mir einen Kleingarten im Wellekamp gekauft – und bin dort seit 22 Jahren Kassierer.“ Vor zehn Jahren ist er doch noch einmal umgezogen – wegen des anstrengenden Treppensteigens in der Schillerstraße. Jetzt lebt er mit seiner zweiten Frau auf dem Rabenberg.

Alle Artikel dieser Serie finden Sie auf unserer Themenseite unter www.waz-online.de.

Von Andrea Müller-Kudelka

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