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52 idyllische Ruheinseln mitten im Herzen der Stadt

Wolfsburg 52 idyllische Ruheinseln mitten im Herzen der Stadt

Wolfsburg. Die 52 Ruheinseln mit ihrer satten Pflanzenpracht befinden sich mitten in der Kernstadt. Nur wenige Schritte von der vielbefahrenen Goethestraße entfernt liegen die Parzellen des Kleingärtnervereins Wellekamp, der vor wenigen Wochen sein 70-jähriges Bestehen feierte (WAZ berichtete).

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Kleingartenidylle: Fritz Krause, Vorsitzender des Kleingärtnervereins Wellekamp, ist stolz auf die Anlage.

Quelle: Roland Hermstein

„Bevor ringsum immer mehr Wohnhäuser entstanden, konnten wir noch direkt auf das heutige Global Inn gucken“, sagt der erste Vorsitzende Fritz Krause. Dessen Laube springt sofort ins Auge, denn sie verfügt über ein kleines Obergeschoss. „Da steht auf wenigen Quadratmetern auch ein Bett drin“, beschreibt der 73-Jährige die bauliche Besonderheit. Das ursprünglich flache Dach sei einst nicht dauerhaft dicht zu bekommen gewesen. Immerhin existiert das 25 Quadratmeter große Häuschen schon seit 1946 und wurde von Krauses Schwiegervater erbaut.

Ein Stück weiter toben die beiden Schwestern Zoé und Lea Baritz durch den Garten. „Die Kinder können sich hier unbeobachtet entfalten“, sagt Robert Pruntsch, der die knapp 400 Quadratmeter große Parzelle zusammen mit Ramona Baritz 2012 gepachtet hat. Gurken, Tomaten, Erbsen, Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen: Dem Paar ist wichtig, die Kinder früh an gesunde Ernährung heranzuführen. Kassierer Karl Heinz Preuß ist froh, dass in den vergangenen Jahren immer wieder auch Familien mit Kindern den Weg in den Kleingärtnerverein Wellekamp gefunden haben. „Sieben junge Familien mit Nachwuchs haben wir derzeit.“

Genussvoll geht es bei Werner Schüttler zu. Er züchtet neben vielen anderen Pflanzen auch Weinreben, die ursprünglich aus der Steiermark kommen. In einigen Wochen wird er die Früchte dann zu „Selbstaufgesetztem“ verarbeiten. Ein wichtiger Rückzugsraum ist der Kleingarten für den 89-jährigen Siegfried Lorenz: „Ich bin jeden Tag hier, wann immer es geht“, sagt er.

Wer sich für eine Parzelle in der Anlage Wellekamp interessiert, kann sich an Karl Heinz Preuß wenden, E-Mail: karl.heinzpreuss@wolfsburg.de.

von Jörn Graue

Kleingärtnerverein Wellekamp

Die Pflanzen der Kleingartenanlage Wellekamp an der Goethestaße in Wolfsburg gedeihen seit inzwischen 70 Jahren auf dem Gelände eines ehemaligen Kali-Schachtes. Gegründet wurde der Verein am 18. Juli 1946 in der Gaststätte „Altdeutsche Bierstube“. Der Bau des Vereinsheims verlangte den Mitgliedern Anfang der 1950er Jahre eine Menge ab. Das Domizil entstand in insgesamt 4000 Stunden gemeinsamer Arbeit. Muskelkraft war einst beispielsweise auch beim Verlegen der Stromleitung gefragt. Wegen der hohen Kosten kam auf dem Areal keine eigene Kanalisation in die Erde, einen Anschluss an die Abwasserentsorgungsleitungen der Stadt gab es lediglich 1960 für das Vereinsheim.

Heute hat der Verein 58 Mitglieder, insgesamt gibt es 52 Parzellen. Die Gesamtfläche aller Gärten beträgt 21.052 Quadratmeter, die Gesamtfläche der Anlage ist 24.891 Quadratmeter.

joe

„Bei uns fühlen sich alle im Garten wohl“

Rita Krause (68) kennt die Kleingartenanlage Wellekamp schon von Kindesbeinen an. WAZ-Redakteur Jörn Graue sprach mit ihr über Veränderungen und den Garten als Treffpunkt der Generationen.

WAZ: Frau Krause, wie hat sich das Leben im Kleingärtnerverein Wellekamp in den vergangenen Jahrzehnten verändert?
Krause: Früher gab es mehr Veranstaltungen, zum Beispiel den Fasching für Kinder und Erwachsene. Heute bleiben viele hauptsächlich nur noch in ihren Gärten. Bei Gärtnerfrühstück und Lichterfest macht lediglich etwa ein Drittel der Mitglieder mit.

WAZ: Gibt es Dinge, die Sie an die jüngere Generation weitergeben können?
Krause: Mir war immer wichtig, dass auch unsere Kinder und Enkel sehen, wie Gemüse entsteht und wo es herkommt. Der Nachwuchs hat hier schon fleißig mitgebuddelt. Nach wie vor fühlen sich alle bei uns im Garten sehr wohl.

WAZ: Wodurch zeichnet sich Ihr Garten aus?
Krause: Es wird nicht gespitzt, sprich es kommt hier keinerlei Chemie zum Einsatz. Außerdem hält die Arbeit im Garten an frischer Luft fit.

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