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Uhren & Schmuck Schmerschneider schließt

Fallersleben: Nach 58 Jahren Uhren & Schmuck Schmerschneider schließt

Ein Traditionsgeschäft in der Fallersleber Altstadt schließt. Schmerschneider Uhren & Schmuck in der Marktstraße hört am 15. März auf, ab sofort läuft der Ausverkauf. Damit geht eine lange Geschichte zu Ende: 58 Jahre gab es das Fachgeschäft.

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Ein Stück Fallersleber Geschichte: Das Geschäft Schmerschneider Uhren & Schmuck in der Marktstraße schließt, das Team bedankt sich bei den Kunden.

Quelle: Sebastian Bisch

Fallersleben. „Ich möchte mich bei meinem Team und den Stammkunden bedanken, die uns über lange Jahre die Treue gehalten haben“, sagt Inhaber Andreas Schmerschneider.

Seine Eltern hatten das Geschäft nach ihrer Flucht aus der DDR Anfang der 60-er Jahre eröffnet - und führten es „mit Herzblut und Sachverstand“. Das Sortiment damals war anders als heute: Neben Schmuck und Uhren verkauften die Schmerschneiders Bestecke, Gläser und Töpfe. „Zu der Zeit war das keine ungewöhnliche Kombination“, so Andreas Schmerschneider. Eins habe sich nie geändert: Die Zufriedenheit der Kunden stand immer im Mittelpunkt. 2001 gaben seine Eltern das Geschäft an ihn weiter.

Der Übergang in das neue Jahrtausend sei nicht einfach gewesen: Die Umstellung von D-Mark auf Euro, die Krise auf den Finanzmärkten. Doch das Fachgeschäft meisterte die Herausforderungen. Da Andreas Schmerschneider das Optikergeschäft gleich nebenan führte, stellte er für das Uhren- und Schmuckgeschäft eine Geschäftsführerin ein: Mandy Bosenius. Ausführliche Beratung, Batteriewechsel sowie Uhren- und Schmuckreparaturen gehören zu den Kernaufgaben der sechs Mitarbeiter. Eine im Team ist schon richtig lange dabei: Edelgard Rose arbeitet seit 40 Jahren dort, Uhrmacher Leszek Jasinski seit 23 Jahren. Er geht jetzt in Rente.

2011 erfolgte ein Umbau, um dem Betrieb „ein frisches, zeitgemäßes Gesicht“ zu geben. „Es war uns wichtig, die Geschäftsvielfalt in Fallersleben zu bereichern und unseren Teil zu einem lebendigen Stadtteilzentrum beizutragen“, so Schmerschneider. Doch irgendwann zeigte sich, das reicht nicht. Viele Kunden kaufen heute nicht mehr hochwertigen Gold- und Silberschmuck, sondern Modeschmuck.

Ein weiteres Problem: Kleine Fachbetriebe haben es schwer bei Lieferanten, die oft auf eine festgesetzte Mindestmenge bestehen. Hinzu komme die Konkurrenz im Internet. Deshalb entschloss sich Schmerschneider schweren Herzens das Uhren- und Schmuckgeschäft zu schließen. „Wir hoffen, dass Schmerschneider Uhren & Schmuck als ein Teil Fallerslebens in bester Erinnerung bleibt“, sagt der 62-Jährige.

syt

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