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Töpferkachel: Auszeichnung für Familie Lindner

Altes Fachwerkhaus in Fallersleben Töpferkachel: Auszeichnung für Familie Lindner

Der Kultur- und Denkmalverein verleiht in jedem Jahr eine handgemachte Töpferkachel als Anerkennung für den Erhalt schützenswerter Bauwerke in Fallersleben. Jüngste Preisträgerin ist Angela Lindner, die sich selbst jahrelang im Verein engagierte.

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Töpferkachel für Angela Lindner (2.v.l.): Bärbel Weist und Hannelore Hartmann überreichten die Auszeichnung.

Quelle: Sebastian Bisch

Fallersleben. 1603 wurde das Haus in der heutigen Sandkämper Straße 19 gebaut. Mit Bauarbeiten von 1986 bis 1991 retteten es Angela und Volker Lindner vor dem Verfall – und verwandelten das Anwesen am Gröpertor in ein Schmuckstück. Als Anerkennung für den Erhalt gab es jetzt eine Töpferkachel des Kultur- und Denkmalvereins Fallersleben.

Gemeinsam mit ihren Kindern Anna und Nis nahm die verwitwete Angela Lindner die Auszeichnung von Bärbel Weist, Vorsitzende des Vereins, und Hannelore Hartmann, die die Kachel töpferte, entgegen. Die allerersten Besitzer des Fachwerkhauses waren Hans Beneke der Ältere und dessen Sohn, der Jüngere – laut Häuserchronik ein „verdienstvoller Bürgermeister“ während des 30-jährigen Krieges. Er wird auch auf der Kachel erwähnt, für die Angela Lindner noch eine gute Stelle am Haus finden will. Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen und Geschichten folgten den Benekes – ein Schuster, ein Soldat, ein Kaufmann, ein Pantinenmacher und Braumeister Joachim Müller, der zwar viele Kinder taufte, mit 90 Jahren aber erneut heiratete – weshalb keines von ihnen erbte.

Viele Spuren der Vorbesitzer entdeckten die Linders während der Renovierung – zum Beispiel einen Fleischerhaken, der an der Hofseite des Hauses befestigt ist, und einen neun Meter tiefen, mit Eichenholz befestigten Schachtbrunnen, aus dem Schwefelwasser sprudelt. „Bei unseren Stadtführungen spielt dieses Haus auch immer wieder eine Rolle“, sagt Bärbel Weist. Den nächsten Anwärter für eine Töpferkachel hat sie bereits im Blick. Er wird aber noch nicht verraten.

Von Andrea Müller-Kudelka

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