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Sieg im Kampf um öffentliche Fernsprecher

Fallersleben/Sülfeld Sieg im Kampf um öffentliche Fernsprecher

Öffentliche Fernsprecher sind unwirtschaftlich, keine Frage. Fast jeder hat mittlerweile ein Handy in der Tasche, deshalb werden Telefonzellen kaum noch genutzt. Der Ortsrat Fallersleben-Sülfeld protestierte trotzdem gegen den geplanten Abbau – und hatte Erfolg.

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Bärbel Weist kann sich freuen: Auch künftig wird man am Zunftplatz mit einem öffentlichen Fernsprecher telefonieren können. Die aktuelle Anlage wird allerdings durch ein Modell ohne Münzeinwurf ersetzt.
 

Quelle: Sebastian Bisch

Fallersleben.  Erfolg auf ganzer Linie für den Ortsrat Fallersleben-Sülfeld: Dass alle öffentlichen Fernsprecher im Stadtteil abgebaut werden, wie von der Telekom vorgesehen, wollten die Politiker nicht hinnehmen (WAZ berichtete). Zumindest das Telefon am Zunftplatz sollte weiter verfügbar sein. „Fallersleben ist schließlich ein Tourismus-Standort“, argumentierte Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist (PUG). Den Verwaltungsausschuss der Stadt überzeugte das – und die Telekom plant jetzt tatsächlich um.

Wie das Unternehmen auf WAZ-Anfrage mitteilte, werde am Zunftplatz die IP-fähige Telestation (Verbindung über das Internet) im kommenden Jahr gegen ein Basistelefon ausgewechselt, eine Telefonsäule ohne Münzeinwurf. Die Telekom hatte den Standort in der Hoffmannstraße ursprünglich ganz aufgeben wollen.

In Sülfeld bleibt alles beim Alten: „Der Standort in Sülfeld ist bereits ein Basistelefon und bleibt in der Form bestehen“, ergänzte eine Telekom-Sprecherin. Am Neuen Tor in Fallersleben steht derzeit noch eine der letzten gelben Telefonzellen Deutschlands. Die soll künftig durch ein Basistelefon, also eine freistehende Telefonsäule, ersetzt werden – und zwar zügig: „Das Münztelefon muss in diesem Jahr noch vom Netz“, heißt es von der Telekom. Aber immerhin wird es auch hier weiterhin einen öffentlichen Fernsprecher geben.

So einfach hatte sich selbst Bärbel Weist die Sache nicht vorgestellt. „Ich bin mir nicht sicher, ob alle drei Standorte erhalten werden können“, hatte sie zuvor der WAZ gesagt. Die Ortsbürgermeisterin betont aber die Bedeutung der öffentlichen Fernsprecher, auch in Zeiten der Smartphones. Schließlich habe die Diskussion um die Planung eines neuen Katastrophenschutz-Systems in ganz Wolfsburg gerade erst gezeigt, dass man sich nicht immer auf die digitale Technik verlassen könne.

Von Andrea Müller-Kudelka

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