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Fallersleben Privatleute gegen Kirchenvorstand: Heftiger Streit tobt in St. Petri
Wolfsburg Fallersleben Privatleute gegen Kirchenvorstand: Heftiger Streit tobt in St. Petri
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00:18 10.09.2017
Blick auf das Grundstück: Die Pachtverträge laufen aus und werden nicht verlängert. Die Nutzer protestieren gegen den Vorstand der Kirchengemeinde St. Petri. Quelle: Foto: Sebastian Bisch
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Mörse

In der evangelischen St.-Petri-Gemeinde in Mörse tobt ein heftiger Streit um ein Grundstück. Wohl bis zu 50 Mitglieder drohen mit dem Kirchenaustritt, am Dienstag, 12. September, um 10 Uhr ist ein öffentlicher Protest geplant. Der Kirchenvorstand (KV) weist die Vorwürfe vehement zurück: Die Neuverpachtung sei ordnungsgemäß, zuletzt seien Grundstücke vertragswidrig untervermietet worden.

Es geht um ein Eckgrundstück am Mörser Knoten, entlang der Hattorfer Straße. „Eine über 50 Jahre bestehende, äußerst erfolgreiche soziale Gemeinschaft soll hier, ohne aus für mich nachvollziehbaren Gründen, zerstört werden“, schimpft Wilhelm Lieven, Vorsitzender des Arbeitskreises „Unser Dorf soll schöner werden“, in einer schriftlichen Stellungnahme.

Ende der 1950er Jahre hatten sich einige Mörser zusammengeschlossen, „um ein Stück Ackerland von der Kirchengemeinde zu pachten und als Gartenland zu nutzen“. Bis zu zehn Parteien hätten ihr Land mit Gemüse bestellt. Aktuell dürften dort auch syrische Flüchtlinge kostenlos im Garten arbeiten. Lieven: „Diese soziale Gemeinschaft soll zerstört werden.“

Denn nach Auslauf der Pachtverträge habe der KV entschieden, das gesamte Grundstück an einen einzelnen Landwirt zu verpachten. Rücksprache mit den bisherigen Pächtern habe es nicht gegeben, auf Gesprächsversuche Lievens in Vertretung der Pächter habe man nicht reagiert. Und der Kirchenkreis habe auf die Rechtslage hingewiesen, man sei machtlos.

Lieven schreibt, Kirchenvorstandsvorsitzende Inge Surborg sei „völlig überfordert“. Man müsse darauf hinarbeiten, sie in der Kirchenvorstandswahl im Mai 2018 abzulösen. Die enttäuschten Pächter wollten derweil mit ihren Familien aus der Kirche austreten – bis zu 50 Personen. Dieser könne laut Lieven sogar dazu führen, dass die Kirchen- zur Kapellengemeinde degradiert wird und ihre Pfarrstelle verliert.

Von Kevin Nobs

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