Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Neue Mauer: Lärmschutzgutachten hat Schuld

Ehmen Neue Mauer: Lärmschutzgutachten hat Schuld

Ursprünglich hatte wirklich niemand vor, eine Mauer in Ehmen zu bauen – aber die geplante Ampel veränderte den berechneten Wert für Verkehrslärm am Neubaugebiet „An den Gärten“. Jetzt steht sie da, die Wand, die Neubürger schützen soll und Altbürger ärgert.

Voriger Artikel
Kulturabend am Gymnasium: Viel Applaus für Nachwuchstalente
Nächster Artikel
Bauwillige klagen über hohe Preise im Kleekamp

Protest gegen Beton: Bürgern gefällt die Lärmschutzwand gar nicht – doch ein neues Gutachten machte das Bauwerk notwendig.

Quelle: Privat

Ehmen. „Flower Power keine Mauer“ wünschen sich Aktivisten, die die Lärmschutzwand am Neubaugebiet „An den Gärten“ in Ehmen am Samstag mit Protest-Transparenten versehen hatten (WAZ berichtete). Tatsächlich soll das Bauwerk noch begrünt werden, das teilte der Investor auf Nachfrage Ortsratsmitglied Ingolf Viereck (SPD) mit und die Stadt Wolfsburg bestätigte es am Montag. Verschwinden wird die Mauer aber nicht.

Kreativer Protest

Kreativer Protest: Bürger aus Ehmen hängten Transparente an einen Zaun vor der Lärmschutzwand. am Abend waren die Laken wieder weg, am Montag auch der Zaun.

Quelle: privat

Ortsbürgermeister Peter Kassel (CDU) weiß: „Um Lärmschutz kommen wir nicht herum. Aber über dieses Thema müssen wir noch mal reden!“ Er rettet sich in Galgenhumor: „Wir könnten auf der anderen Seite ja noch eine Replik des Brandenburger Tors aufbauen...“ Aber ernsthaft: Genauso wie Ingolf Viereck hätte Kassel sich gewünscht, über die Änderung der Pläne früher informiert zu werden. Ursprünglich hatte wirklich niemand vor, eine Mauer zu bauen. Die letzte Visualisierung zeigte an der Straße eine Carport-Anlage mit begrünten Dächern. Wegen des zu erwartenden Verkehrs auf der Durchgangsstraße an der Schule hatte der Ortsrat eine Ampel gefordert. Das wiederum führte dazu, dass der Verkehrslärm anders berechnet werden musste: Anfahrende Autos und Lkw sind lauter als fließender Verkehr. Folge: Vor die Carports muss ein zusätzlicher Schutz, Investor Thorsten Schmidt plante daraufhin in Absprache mit der Stadt die geschlossene, 150 Meter lange Mauer.

„Herr Schmidt hat mir versichert, dass vor der Mauer Bäume gepflanzt werden“, so Viereck. „So kann es nicht bleiben.“ Außerdem werde die Wand „angeböscht“, sagt Stadtsprecher Florian Reupke. Erste Pflanzungen sollen noch 2017 erfolgen. Die Bürger beruhigt das kaum. „Wie kann man nur so borniert sein, so etwas zu planen?“, fragt eine Ehmerin, die nicht genannt werden möchte.

Von Andrea Müller-Kudelka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Fallersleben

Auf dieser Themenseite zur Landtagswahl 2017 in Niedersachsen finden Sie alle News, Informationen und Prognosen zu der Wahl des niedersächsischen Landtags. mehr